Wiesbaden

Wiesbaden als Modellregion für Nachhaltigkeit

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Der BUND will Vorbehalte gegen eine Unesco-Biosphärenregion  zerstreuen. Die Kreise Main-Taunus, Rheingau-Taunus und Stadt die Stadt Wiesbaden müssen sich demnächst entscheiden.

Der BUND Hessen hat sich mit einem offenen Brief an die parlamentarischen Fraktionen in den Kommunen des Main-Taunus-Kreises, des Rheingau-Taunus-Kreises und der Stadt Wiesbaden gewandt. In dem Brief wirbt die Naturschutzorganisation für die Einrichtung einer Unesco-Biosphärenregion, die Flächen der drei Kommunen umfassen soll. Zugleich versucht sie, Vorbehalte zu zerstreuen.

Demnächst stehen Entscheidungen über das Für und Wider einer Biosphärenregion an. Eine Machbarkeitsstudie, die der Entscheidung vorausgegangen war, bestätigte, dass die Anerkennung durch die Unesco möglich ist.

Nun folgt ein zweistufiges Verfahren: Zunächst entscheiden die Städte und Gemeinden, ob ein konkreter Antrag zur Einrichtung einer Biosphärenregion vorbereitet werden soll. Liegt dieser Antrag vor, wird nochmals darüber entschieden, ob eine Antragstellung bei der Unesco erfolgen soll – voraussichtlich im Herbst 2021.

Biosphärenregionen sind somit nicht in erster Linie Schutzgebiete sondern vor allem Modellregionen, die beispielhaft zeigen sollen, wie wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklung in Einklang gebracht werden können.

BUND  für Schaffung einer Biosphärenregion

Der BUND spricht sich für die Schaffung einer Biosphärenregion aus. Die Herausforderungen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung, Biodiversität, Mobilität und Umweltbildung könnten von den einzelnen Städten und Gemeinden allein nicht bewältigt werden. Eine Biosphärenregion im Ballungsraum Rhein-Main biete eine zukunftsweisende Entwicklungsperspektive. „Angesichts der zunehmenden Urbanisierung kann eine solche Modellregion für nachhaltige Entwicklung wichtige Diskussions- und Kooperationsprozesse anschieben, Akteure vernetzen und beispielhafte Projekte zum schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen initiieren“, schreibt der BUND in dem Brief.

Eine vom Land Hessen finanzierte Biosphärenverwaltung, die keine hoheitlichen Befugnisse haben soll, könne als Dienstleisterin wichtige Unterstützung bieten – zum Beispiel bei der Einwerbung von Fördermitteln oder der Vermarktung regionaler Produkte und touristischer Angebote. Noch offene Fragen könnten und müssten im Laufe der Antragserarbeitung geklärt werden.

Vorbehalte, eine Biosphärenregion könnte die landwirtschaftliche Nutzung einschränken, will der BUND ausräumen. Er verweist auf die Machbarkeitsstudie. Die kommt zu dem Ergebnis, dass die Flächen, die als Kern- und Pflegezonen ausgewiesen werden müssten, zum größten Teil bereits vorhanden sind.  

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