Wiesbaden

Keine Fernwärme aus Bioabfällen

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Die künftige Vergärungsanlage am Dyckerhoffbruch soll nur Strom und Gas herstellen.

Die geplante Biomüllvergärungsanlage am Dyckerhoffbruch soll vieles zugleich leisten: Möglichst effizient, möglichst wirtschaftlich und im Sinne der Klimabilanz optimal soll die Anlage, deren Inbetriebnahme für 2023 vorgesehen ist, arbeiten. Zudem soll der Kompost, das Endprodukt, so wenig Mikroplastik wie möglich enthalten. Der Umweltausschuss hat mehrheitlich den Vorschlag des Magistrats beschlossen und sich für eine sogenannten Pfropfenstromanlage entschieden.

Aus den 40 000 Tonnen Küchenabfällen aus den Wiesbadener und Groß-Gerauer Haushalten sollen demnach in Trockenvergärung Biogas oder Strom entstehen. Der Vorschlag der Bündnis-Grünen, zunächst die Technik mit der einer Nassvergärungsanlage zu vergleichen, wurde abgelehnt. In der Nassvergärung könnten Plastikteile besser herausgefiltert werden, so die Hoffnung der Grünen.

Keinen Rekord wird der Energieertrag der Biomüllanlage aufstellen. Fernwärme wird sie nicht produzieren, was laut Betriebsleiter der Entsorgungsbetriebe ELW, Markus Patsch, die ideale Nutzung gewesen wäre. Da der städtische Energiedienstleister Eswe derzeit dafür keine Verwendung sehe, werde von der Herstellung Abstand genommen. Wie Eswe Versorgung auf Anfrage bestätigt, ist das Unternehmen vertraglich gebunden, Fernwärme vom zu bauenden Müllheizkraftwerk des Unternehmens Knettenbrech & Gurdulic zu beziehen.

Laut Patsch lasse sich die Biomüllanlage auch mit Strom und Green Gas wirtschaftlich führen. Das Green Gas soll ins Erdgasnetz der Eswe Versorgung eingespeist werden. Die Bioabfallvergärungsanlage soll in einer interkommunalen Zusammenarbeit mit dem Landkreis Groß-Gerau entstehen. Der Vertrag mit der Rhein-Main-Deponie in Flörsheim-Wicker, die die Bioabfälle der Landeshauptstadt bisher verwertete, läuft Ende 2022 aus. Das Kraftwerk soll der ELW zufolge 2,2 Kubikmeter Biogas produzieren, das zu Strom für 3000 Haushalte oder zu 2700 Megawattstunden Green Gas umgewandelt werden könne.

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