Wiesbaden

Wiesbaden: Ehemaliger OB Sven Gerich wegen Vorteilsannahme verurteilt

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
    schließen

Der ehemalige Oberbürgermeister in Wiesbaden, Sven Gerich (SPD), soll sich auf Kosten des Unternehmers Roland Kuffler bewirtet haben lassen. Jetzt hat ihn ein Gericht dafür verurteilt.

Das Amtsgericht München hat den früheren Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) wegen Vorteilsannahme in zwölf Fällen zu einer Geldstrafe in „deutlich fünfstelliger Höhe“ verurteilt. Dies teilte die Staatsanwaltschaft München gestern mit, die die Strafe beantragt hatte.

Damit werde geahndet, dass der Seniorchef des Gastro-Unternehmens Kuffler, Roland Kuffler, Gerich in seiner Amtszeit 2014 bis 2017 mehrmals eingeladen, Gerich und dessen Ehemann kostenlos in der Ferienvilla in Saint-Tropez beherbergt und bewirtet hatte und ihn in einem Münchner Fünfsternehotel übernachten ließ, so die Staatsanwaltschaft. Diese Vorteile im Wert von 20 000 Euro hätten in Zusammenhang mit Gerichs Amt als OB gestanden.

Das Ermittlungsverfahren gegen Roland Kuffler wurde wegen einer Erkrankung des über 80-Jährigen eingestellt. Seine Söhne, die Kuffler-Geschäftsführer Stephan und Sebastian Kuffler, müssen 50 000 Euro zahlen, da sie die Pflichtverstöße nicht verhinderten. Insbesondere sei kein funktionierendes Regelwerk zur Verhinderung von Korruption erstellt worden.

Das Unternehmen hat angekündigt, den Standort Wiesbaden aufzugeben. Die Gruppe betreibt das Catering im Rhein-Main-Congress-Center, das Restaurant im Kurhaus und der Spielbank Wiesbaden, es hat auch Teile der Casino-Konzession inne. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare