Wiesbaden

Der in Wiesbaden tot aufgefundene Wolf kommt aus Sachsen-Anhalt

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Die Genproben des toten Wolfs vom Wiesbadener Ostbahnhof zeigen: In Hessen kreuzen sich die Routen von Wölfen aus verschiedenen Rudeln.

Der Anfang Februar in der Nähe des Wiesbadener Ostbahnhofs tot aufgefundene Wolf kam aus Sachsen-Anhalt. Dies habe die Analyse der Genproben durch das wildtiergenetische Labor des Senckenberg-Instituts ergeben, teilt das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie mit. Die junge Wölfin stammte demnach aus dem Rudel „Hoher Fläming“ an der Grenze zu Brandenburg.

Die Elterntiere dieses Rudels sind seit dem Jahr 2013 in Sachsen-Anhalt sesshaft, seit 2014 werden dort regelmäßig Welpen geboren. Der genetische Erstnachweis der Wölfin gelang in ihrem Ursprungsrudel im Dezember 2019.

Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin wird den Kadaver ebenfalls untersuchen und vielleicht das Alter des Tieres feststellen. Dort werden alle tot aufgefundenen Wölfe weiteren pathologischen und forensischen Untersuchungen unterzogen.

Anfang des Jahres waren bereits zwei weitere Wölfe ins Rhein-Main-Gebiet gekommen: Am 16. Januar wurde bei Mainz-Finthen ein junger Wolf auf Wanderschaft überfahren. Der Rüde stammte aus der Alpenpopulation, kam also von Süden. Am 28. Januar kam ein junger Wolfsrüde in Frankfurt-Sachsenhausen ebenfalls bei einem Autounfall ums Leben. Dieses Tier stammte nachweislich aus Niedersachsen. Gemeinsam mit dem Wiesbadener Wolf aus Sachsen-Anhalt zeigen diese Fälle, dass Wölfe auf Wanderschaft sehr weite Strecken zurücklegen und sich in Hessen die Routen von Wölfen aus verschiedenen Herkunftsgebieten kreuzen. 

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