Wiesbaden

Weiter Zoff um umstrittenes Buch über Wiesbadener Politik

  • schließen
  • Jens Joachim
    Jens Joachim
    schließen

Der einstige CDU-Fraktionschef legt Beschwerde ein. Unterdes gibt es eine neue Auflage vor der Theater-Premiere am 19. Januar.

Das Buch „Die Unverfrorenen“ des FAZ-Korrespondenten Ewald Hetrodt sorgt weiter für Gesprächsstoff. Der frühere CDU-Fraktionschef Bernhard Lorenz – einer der Protagonisten in dem Buch – legt Beschwerde gegen einen Beschluss des Landgerichts Frankfurt ein. Das Gericht hatte im Dezember fünf der 13 Stellen in dem Buch wegen „unzutreffender beziehungsweise unzulässiger Äußerungen“ beanstandet und dem Verlagshaus Römerweg eine sechswöchige Aufbrauchsfrist eingeräumt. Fast 90 Prozent der Gerichtskosten mussten aber Lorenz und Ralph Schüler, der frühere Geschäftsführer der Wiesbaden Holding, tragen.

Hetrodt, der zehn Jahre über das Geschehen in Wiesbaden berichtete, zeigt in dem Buch, wie sich die Auslagerung kommunaler Aufgaben in kommunale Unternehmen auf die Politik auswirkt. Ehrenamtliche Mandatsträger würden an Einfluss verlieren während „hauptamtlich agierende Fraktionsvorsitzende“ die Geschäftsführerposten mit Parteifreunden besetzten und „über Millionenprojekte und persönliche Interessen“ entschieden. „Wie Politiker unsere Städte als Beute nehmen. Ein Exempel“, lautet der Untertitel.

Lorenz sieht sich auf Anfrage durch das Urteil „in der Sache unterlegen“, spricht aber von einem „politischen Sieg“. Das Gericht habe klargestellt, dass etliche der in Frage stehenden Passagen als zulässige Meinungsäußerungen und nicht als Tatsachenbehauptungen zu werten seien. Er werde zudem Strafantrag gegen Hetrodt wegen falscher eidesstattlicher Versicherung stellen.

Verlagschef Lothar Wekel kündigte an, dass eine geänderte Neuauflage des Buchs zur Premiere des Stücks „Casino“ vorliegen werde. Das Stück von Clemens Bechtel und David Gieselmann wird am 19. Januar im Hessischen Staatstheater uraufgeführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare