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Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden beim Empfang im Rathaus.

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SV Wehen Wiesbaden bejubelt Aufstieg bei Party-Marathon

Der SV Wehen Wiesbaden ist nach zehn Jahren wieder zweitklassig. Das muss gefeiert werden.

Nach einer Party bis sieben Uhr morgens und einer großen Sause im Rathaus verabschiedeten sich die glücklichen Zweitliga-Aufsteiger des SV Wehen Wiesbaden in die kurze Sommerpause. Beim offiziellen Empfang am Mittwoch hatten sich die meisten Spieler eine Sonnenbrille aufgesetzt, um die müden Augen nach einer langen Nacht zu verdecken. Oberbürgermeister Sven Gerich zeigte sich "bolle-stolz" und sagte: "Wiesbaden kann sich auf tolle Gastvereine in der nächsten Saison freuen."

Nach dem Empfang ging es für die Mannschaft auf den Rathausbalkon. Mit Sektdusche wurde zusammen mit mehreren hundert Fans der Aufstieg noch einmal zelebriert. "Das ist eine Top-Sache für uns", sagte Sportdirektor Christian Hock über die Rückkehr in die 2. Liga nach zehn Jahren.

Diese hebt den einstigen Dorfverein nicht nur sportlich auf ein höheres Level. Auch finanziell zahlt sich der zweite Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga nach 2007 aus. Allein die Einnahmen aus den TV-Geldern verzehnfachen sich fast - von 800 000 Euro auf 7,3 Millionen Euro. Zudem dürfen die Hessen auf einen signifikanten Anstieg der Zuschauerzahlen hoffen, auch wenn die Brita Arena während der bis Ende 2020 geplanten Umbauphase nur knapp 9000 Fans fasst.

Hamburg, Nürnberg, Stuttgart oder Hannover statt Meppen, Zwickau und Unterhaching heißen ab Ende Juli die Gegner. Trainer Rüdiger Rehm war dies im Rausch des Erfolges noch "völlig egal". Doch auch dem 40-Jährigen dämmerte, dass sich vor allem "der Finanz-Geschäftsführer freuen wird, weil das Stadion dann voll ist".

Nicht mehr dabei sein wird Urgestein Alf Mintzel, der am Donnerstag offiziell sein Karriereende verkündete. "Es hat ein wenig Überwindung gekostet, aber ich denke, es ist an der Zeit, mit diesem positiven Erlebnis den Cut zu machen und aufzuhören", teilte der 37-Jährige via Facebook mit.

Mintzel kam 2010 vom SV Sandhausen zu den Hessen, für die er 272 Drittligaspiele absolvierte und künftig das Marketing betreuen wird. Ein besonderer Dank des Familienvaters ging an die Fans: "Ich will es fast schon Liebe nennen, die ihr mir entgegengebracht habt. Das ist nicht alltäglich im Fußball und hat mich immer ergriffen und stolz gemacht."

Einen großen personellen Umbruch soll es aber nicht geben, auch wenn mit Simon Brandstetter (zur U23 des FSV Mainz 05) bereits ein weiterer Abgang feststeht. Klar ist jedoch, dass der Kader verstärkt werden muss, um das von Torjäger Manuel Schäffler ausgegebene Ziel zu erreichen: "Wir wollen uns in der 2. Liga etablieren."

Für Rehm war das nach dem packenden 3:2-Krimisieg über den abgestiegenen FC Ingolstadt Zukunftsmusik. Er machte im Moment des Erfolges lieber seinen Schützlingen ein großes Kompliment: "Wir sind ein geiler Verein, haben eine geile Mannschaft, die bereit gewesen wäre, auch nochmal ein Jahr durchzugehen."

Neben dem SV Darmstadt 98 hat Hessen damit in der neuen Spielzeit wieder einen zweiten Zweitligisten, auch zur Freude der Politik. "Wir sind stolz auf das Team aus unserer Landeshauptstadt. Die Mannschaft von Rüdiger Rehm hat mit Kampfgeist und Leidenschaft aus dem Rückspiel gegen Ingolstadt ein Herzschlagfinale gemacht, das in die Vereinsgeschichte eingehen wird", schrieb Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). (dpa)

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