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Der Tenor Andreas Schager.

Wiesbaden

Mit Wagners Weltesche gegen den Klimawandel

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Tenor Andreas Schager startet die Baumpflanzaktion „Opera meets nature“ am Wiesbadener Staatstheater.

Der Operntenor Andreas Schager hat die Idee, mit der Initiative „Opera meets nature“ Bäume gegen den Klimawandel zu pflanzen. Die Landeshauptstadt stellt für die Aufforstung des künftigen Nibelungenwaldes Land bereit. Als Auftakt wird vor dem Hessischen Staatstheater ein Baum gesetzt, der die Weltesche in Wagners Oper Walküre symbolisiert. Das Ziel ist, dass sich andere Opernhäuser anschließen.

Herr Schager, wie kommen Sie als Opernsänger auf die Idee, Bäume zu pflanzen?

Ein Artikel in der Süddeutschen hat mich darauf gebracht. Die beste und altbewährte Lösung des CO2-Problems ist es, Bäume zu pflanzen. Sie binden CO2, sind Heimat für Vögel, Insekten und andere Tiere und geben uns dafür Sauerstoff. Besser geht es nicht. Mir ist klar dass 20 000 Bäume global gesehen nicht mal ein Tropfen auf dem sprichwörtlich heißen Stein sind, aber jede noch so lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Zunächst war lediglich geplant, in Wiesbaden eine „Weltesche“ zu pflanzen, in der das Schwert der Hoffnung steckt, jetzt sind wir bei 20 000 Bäumen angekommen. Das gibt Mut zum Weitermachen. Mit Turgay Schmidt habe ich einen begeisterungsfähigen Partner gefunden, der das Projekt vorantreibt.

Was bedeutet Ihnen die Natur?

Ich bin auf einem kleinen Bauernhof in Niederösterreich aufgewachsen. Mein Vater ist früh gestorben, wir waren fünf Kinder. Wir hatten nicht viel, aber wir hatten uns. Die Natur war wichtig, wir lebten mit der Natur. Wenn ich heute sehe, dass quer durch die Sahelzone ein Waldgürtel gepflanzt wird, dann macht mich das froh. Der Wald speichert Wasser, schafft Arbeitsplätze und verhindert so Fluchtursachen. Auch wir können und sollen anpacken.

Zur Person
Andreas Schager(48) ist ein österreichischer Opernsänger. Seit 2015 ist er im Ensemble der Berliner Staatsoper Unter den Linden als Heldentenor.

Als Auftaktzu „Opera meets Nature“ wird am Freitag, 29. November, um 16 Uhr die „Weltesche“ am Wiesbadener Staatstheater gepflanzt. Für 17.30 Uhr ist ein musikalischer Gruß von Andreas Schager und Lidia Baich angekündigt.

20 000 Setzlingesollen im Frühjahr im künftigen „Nibelungenwald“ im Wiesbadener Forst gepflanzt werden.

Was wollen sie damit erreichen?

Mit unser Aktion wollen wir vor allem das Bewusstsein schärfen und nicht bloß reden, sondern etwas tun. Die richtige Einstellung ist das Entscheidende. Der Regisseur Roberto Benigni sagte bei der Oskar-Verleihung für seinen wundervollen Film „La vita è bella“: „Das größte Geschenk, das meine Eltern mir gemacht haben, ist die Armut“. Auch daran sieht man, wie weit man mit der richtigen Einstellung kommen kann.

Was verbindet Sie mit Wiesbaden?

Ich bin eng mit dem Haus und dem Intendanten Uwe Eric Laufenberg verbunden. Er gab mir gleich zu Beginn meiner Karriere eine Chance, was besonders wichtig ist und was ich auch nicht vergesse.

Vor dem Staatstheater soll das Schwert nicht wie bei Wagner in einem Baum, sondern in einem Felsen stecken.

Ja, man kann ein Schwert nicht durch einen Setzling stoßen, dann geht der Baum kaputt. Deshalb wird er in einem drei Tonnen schweren Findling stecken, auf dem wie in der Walküre „Ein Schwert verhieß mir der Vater, ich fänd es in höchster Not…“ stehen wird. Das wird bestimmt eine Touristenattraktion. Viele werden dran ziehen, aber keiner wird wohl das Schwert heraus bekommen.

Interview: Madeleine Reckmann

Meinung: Den Klimawandel mit Atomkraft bekämpfen? Welch strahlender Unsinn.

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