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Der Mann und sein Werkzeug.: Der Cellist Luka Šulic spielt am 18. März im Wiesbadener Kurhaus. 

Cello-Konzert in Wiesbaden

Vom Wacken ins Wiesbadener Kurhaus

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Auf seiner Solo-Tour verbindet der bekannte Cellist Luka Šulic Klassik und Rock’n’Roll - am 18. März ist er in Wiesbaden zu hören.

Selbst wenn man nicht weiß, wie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ heißen, so würden die meisten Menschen dieses Werk wohl erkennen. „Es ist ein unvergängliches Stück Musik voll musikalischer und kompositorischer Qualität, das nicht nur von Klassikfans geliebt wird“, sagt der Cellist Luka Šulic.

Er muss es wissen, schließlich spielt er das legendäre Violinkonzert aktuell selbst – auf dem Cello. Šulics erste Solo-Tour heißt „The Four Seasons - Vivaldi & More“ und das „Mehr“ ist durchaus Programm. Bis zur Pause spielt er die „Vier Jahreszeiten“, danach stehen neben Stücken von Haydn auch Queen und AC/DC auf dem Plan. Weltweite Bekanntheit erlangte der 32-jährige Kroate mit seinem Freund Stjepan Hauser als Formation 2Cellos.

„Ich spreche ein sehr breites Publikum an, nicht nur Klassikfans, sondern auch Leute, die Rockmusik lieben.“ Für sein erstes Soloalbum wählte er den Vivaldi-Klassiker, um „den Fans von Rock oder Pop die Schönheit klassischer Musik näher zu bringen“.

„Wenn ich einem Nicht-Musiker erklären möchte, wie schwierig es ist, ein Violinkonzert auf dem Cello zu spielen, dann sage ich immer, dass das wie Fußballspielen in Skistiefeln ist“, meint Šulic. Die höchste Saite eines Cellos ist einen Ton niedriger gestimmt als die einer Violine. „Ich muss die Saiten mit der linken Hand viel höher greifen, was technisch sehr herausfordernd ist.“

Auch seine Freude an Rockmusik lässt er in diese Interpretation der „Vier Jahreszeiten“ einfließen. „Ich spiele alle Teile so schnell, wie es für die Violine gedacht ist, und manche sogar noch schneller.“ Er sehe sich nicht nur als klassischer Musiker, auch wenn das seine Wurzeln sind, sondern er wolle die Genre-Grenzen durchbrechen: „Letztlich habe ich dieses Rock-Animal in mir, das ich zeigen möchte.“

Šulic trat schon beim legendären Metal-Festival in Wacken auf, aber auch in kleinen Konzertsälen fühlt er sich wohl. Sein bis dato liebstes Konzert spielte Šulic 2012: „Als 2Cellos mit den Red Hot Chili Peppers vor einem 30 000 Menschen starken Heimpublikum in Zagreb deren Stück Californication spielten, war das etwas Besonderes.“

Das Konzert

Luka Šulic gastiert  am Mittwoch, 18. März, mit seiner Solo-Tour „The Four Seasons - Vivaldi & More“ im Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, der Einlass erfolgt ab 19 Uhr.

Karten gibt es  im Vorverkauf unter www.eventim.de oder Tel. 0 18 06/57 00 70, sie kosten ab 49.95 Euro aufwärts.

Am 18. März tritt der Musiker im vornehmen Wiesbadener Kurhaus auf. Unterschiedliche Bühnen wollen unterschiedlich bespielt werden, und das erfordert nicht nur eine Variation an Stücken, sondern auch an Instrumenten. Aber wann spielt man eigentlich was? „Bei klassischen Konzerten wie meiner Vivaldi-Tour greife ich natürlich zum akustischen Cello. Mein eigenes habe ich 2013 in den USA gekauft“, sagt Luka Šulic.

Bei einem Open-Air würde er zu einem anderen Instrument greifen: „2Cellos-Konzerte sind mehr eine Rock-Show, und dafür sind E-Cellos perfekt. Die kann man verstärken und verzerren.“

Überhaupt ermögliche das Cello eine sehr weite Spanne an unterschiedlichem Spiel, er zupft es manchmal auch wie eine Gitarre. „Man kann sehr hoch und sehr tief spielen. Es hat dieses maskuline Gefühl für Rock’n’Roll. Andererseits kann man es auch sehr romantisch und emotional spielen. Wir Cellisten müssen immer von anderen Instrumenten leihen. Ich glaube, deswegen experimentieren wir gerne mit anderen Genres.“

Spricht man mit Luka Šulic über Musik, dann geht es fast zwangsläufig auch um den Wandel in der Musikwelt. „Ein Erfolg wie 2Cellos ist heute schwieriger zu erreichen. Anfang der 2010er-Jahre gab es eigentlich nur Youtube als Videoplattform.Heute ist das anders. Gerade Instagram hat viel an Popularität gewonnen“, sagt er. Überhaupt werde Musik heute anders gehört: „Musik-Streaming ist heute normal. Da sich die Leute meistens einzelne Lieder anhören, ändert sich auch die Art, wie Musik produziert wird.“

Alben, in denen die Titel einem Gesamtthema folgen, würden deshalb seltener. Auch spiele in bestimmten Genres, zum Beispiel dem K-Pop, das Aussehen durchaus eine Rolle. Er verweist aber auf Ed Sheeran und Adele: „Das sind keine Models, sondern einfach gute Musiker.“

Seine Zukunft sieht der zweifache Vater nicht nur auf der Bühne. Gerade das Komponieren und die Filmmusik haben es ihm angetan. „Ennio Morricone ist für mich einer der besten Komponisten. Er ist sehr eigen, aber so reich an Harmonien. Hans Zimmer ist da ganz anders, sehr viel moderner. Ich liebe die eher traditionelle Art von John Williams und den symphonischen, leider verstorbenen James Horner. Wobei Horner gerade für Avatar auch in Richtung New Age experimentierte.“

Aktuell beschäftigt er sich verstärkt mit dem Klavierspielen und Kompositionsprogrammen – denn Luka Šulic würde gerne selbst komponieren. Man darf also auf seine Musik der kommenden Jahre gespannt sein.

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