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Experten, die neue Stadtteile schöner machen sollen.

Wiesbaden

Das Wachstum gestalten

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Die Mitglieder des neuen Gestaltungsbeirats haben die Aufgabe, das Wachstum der Stadt Wiesbaden gestalterisch zu begleiten. 

Durch die ländlichen Stadtteile, die Kernstadt mit den Gründerzeitvillen, Kastel mit den zu entwickelnden Flächen und zu den Äckern des Ostfelds, wo einmal ein Quartier entstehen soll – die Mitglieder des neuen Gestaltungsbeirats haben gestern auf einer Bustour die vielen Gesichter der Landeshauptstadt kennengelernt. Das 2013 erstmals einberufene Gremium wurde jetzt turnusmäßig neu besetzt.

Die Aufgabe der Architekten wird sein, das Wachstum der Stadt gestalterisch zu begleiten. Es ist zwar für Bauherren nicht zwingend, ihre Vorhaben dem Gestaltungsbeirat, der seit 2017 auch ein Denkmalbeirat ist, vorzulegen. Auch hat er nur ein empfehlendes und kein bindendes Votum. Aber das Dezernat für Stadtentwicklung hegt Hoffnungen, dass das unabhängige Sachverständigengremium die städtebauliche und architektonische Qualität der Planungen prüft, um Verbesserungen herbeizuführen. Über die Pläne zu den Hellinghöfen in Kastel, ein Einzelhandelszentrum, fällte der Beirat ein vernichtendes Urteil. Das alte Arbeitsamt sollte nach seiner Ansicht nicht wie von den Stadtverordneten beschlossen abgerissen werden. Dafür lobte es das Wohnhochhaus am Kureck und das Reinhard-Ernst-Museum.

Wiesbaden steht vor einer großen städtebaulichen Herausforderung. Als Oberzentrum in der Rhein-Main-Boomregion rechnen die Planer bis 2035 mit 17 000 zusätzlichen Einwohnern. Dafür würden mit dem jetzigen Fehlbestand 22 000 neue Wohnungen benötigt, führt Camillo Huber-Braun, Leiter des Stadtentwicklungsamts, aus. Etwa die Hälfte ließe sich mittelfristig durch Arrondierungen und Nachverdichtungen erstellen, etwa im Schelmengraben, wo Gebäude aufgestockt werden sollen. Für den Rest müsse aber auf der grünen Wiese gebaut werden.

Um Wildwuchs zu vermeiden, hat die Stadt bereits Entscheidungen getroffen, wie Wiesbaden wachsen soll. Für größere Flächen sind Konzeptvergaben möglich, wo CO2-sparendes Bauen, Wohnungen für soziale Randgruppen und integrierte Verkehrskonzepte umgesetzt werden sollen. Mit dem Stadtentwicklungskonzept 2030 wurden die städtebaulichen Leitlinien festgelegt, die sich in den Entwicklungsplänen für einzelne Gebiete wiederfinden.

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