Gesundheit

Vorsorge für Corona-Geburten in Wiesbaden

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Infizierte Schwangere sollen in der Helios-Klinik in Wiesbaden entbinden. Das Konzept für den Umgang mit psychisch Kranken wird vielleicht hessenweit eingeführt.

Auf die Versorgung von Covid-19-Patienten haben sich die Krankenhäuser vorbereitet. Aber was ist mit Schwangeren oder psychisch Kranken, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben? In Wiesbaden haben die Krankenhäuser unter der Leitung der Helios-Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) Konzepte für ein abgestimmtes Vorgehen entwickelt. Die HSK sollen die Anlaufstelle für werdende Mütter mit Infektionsverdacht werden. Das Konzept für den Umgang mit psychisch Kranken wird wohl in ganz Hessen eingeführt. Nach Auskunft von Professor Ralf Kiesslich, Ärztlicher Direktor der HSK und medizinischer Leiter der Koordinationskonferenz in Westhessen, wird dies auf Landesebene diskutiert. Die HSK sind die Koordinierungsstelle für Westhessen.

Schwangere aus Wiesbaden und dem Rheingau, die mit dem Sars-Cov-2-Virus infiziert sein könnten, sollen nur in den HSK entbinden. Dort ist der Kreißsaal von außen zugänglich, und die Frauen können sofort von anderen Patienten getrennt werden. „Nach aktuellem Stand ist nicht zu erwarten, dass Schwangere und Neugeborene eine Covid-19-Erkrankung mit schwerem Verlauf entwickeln“, sagt Kiesslich. Dennoch sei an den HSK für den Fall vorgesorgt, denn die verfügten über eine Kinderklinik mit Kinderintensivstation.

Für die psychiatrischen Patienten mit Infektionsverdacht sind an den HSK bis zu acht Betten reserviert. Je nach der Schwere der Covid-19-Erkrankung werden sie entweder auf der Intensivstation oder in der psychiatrischen Abteilung behandelt. Werden dort die Betten knapp, sollen die nicht infizierten Patienten in andere psychiatrische Krankenhäuser verlegt werden.

Die schweren Covid-19-Fälle sollen in den vier Maximalversorgern in Westhessen behandelt werden. Die HSK verfügen nicht nur über 69 Beatmungsplätze, sondern auch über vier Ecmo-Geräte (Extracorporale Membranoxygenierung), mit denen das Blut von Patienten mit Lungenversagen außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert wird. Eine Arbeitsgruppe ist dabei, Kriterien zu entwickeln, nach denen Patienten in die HSK verlegt werden sollen, um sie mit Ecmo zu behandeln. Es sei möglich, Patienten aus Limburg mit ausgestatteten Fahrzeugen abzuholen.

Kiesslich betrachtet es als großes Glück, dass es gelungen sei, die Ansteckungskurve abzuflachen. So hätten die Vertreter der Kliniken in unterschiedlicher Trägerschaft genügend Zeit, sich ohne das sonstige Konkurrenzdenken gemeinsam auf die große Welle von Corona-Patienten vorzubereiten. In Westhessen habe es mit Stand vom Dienstag noch 74 freie Beatmungsplätze gegeben.

Kiesslich versichert, die Kapazitäten reichten, um auch Menschen mit Herzinfarkt oder anderen schweren Erkrankungen zu behandeln.

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