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Die Theodor-Heuss-Brücke muss von Sonntag an umfahren werden. Wichtige Reperaturarbeiten stehen an.

Wiesbaden

Verkehrschaos in Mainz und Wiesbaden befürchtet

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Wegen der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke sollen Pendler auf die Schiersteiner und Weisenauer Brücke ausweichen oder am besten mit dem Bus fahren.

Winnrich Tischel rechnet in den ersten Tagen nach der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke mit Ärger. Deshalb hat der Leiter des Straßenverkehrsamts Beamte seiner Behörde angewiesen, von kommendem Sonntag an auf der Wiesbadener Seite im 24-Stunden-Dienst für Ordnung zu sorgen. Gegebenenfalls sollen sie auch „rigoros“ Autofahrer zum Weiterfahren auffordern, sollten sie auf einer Fahrt über die Brücke beharren. „Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung versteht, dass es keinen Sinn ergibt, auf den Kasteler Hochkreisel zu fahren“, sagt Tischel. Dort sei wegen der Baufahrzeuge nur eine Spur frei. Und die Schranke vor der Brückenzufahrt werde für Rückstau sorgen.

Bus fahren

Die Theodor-Heuss-Brückewird am Sonntag, 12. Januar, um 12 Uhr für voraussichtlich vier Wochen gesperrt.

Die Busseder Mainzer und Wiesbadener Verkehrsgesellschaften dürfen aber über die Brücke fahren.

Mit dem Brückenticketkönnen Nutzer vom 8. Januar an sechs Wochen Bus fahren, aber nur für vier Wochen zahlen. Zudem gibt es ein Sonderangebot des ESWE-Fahrradvermietsystems meinRad. mre

Die Rheinbrücke nach Mainz kann während der vierwöchigen Reparatur nicht von Privatfahrzeugen befahren werden. Die einzige offene Spur für beide Richtungen bleibt Linienbussen, Taxis, der Feuerwehr, Polizei und Mopeds vorbehalten. Fußgänger und Radfahrer können den Fußweg nutzen. Der Hochkreisel führt auf die Brücke; er verfügt aber auch über Rampen in andere Richtungen. Eine Sperrung des gesamten Kreisels für Autofahrer ohne Erlaubnis, die Brücke zu überqueren, hält Tischel für „nicht verhältnismäßig“. Daher setzt er auf Appelle. Wenn sich die Autofahrer an die Umwege gewohnt haben werden, übernehmen Baustellenmitarbeiter die Kontrollen an der Brückenzufahrt.

Täglich rollen 44 000 Fahrzeuge über die Heuss-Brücke. Sie sollen während der Sanierung die Schiersteiner oder die Weisenauer Brücke nutzen. Vor allem die sechsspurig ausgebaute Weisenauer Brücke habe in Richtung Mainz im Berufsverkehr Kapazitäten frei, betont Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Die Mainzer und Wiesbadener Verkehrsgesellschaften bieten aber auch ein günstiges Zeitticket an und setzen mehr Busse ein. Das Ziel der Verkehrsbehörden ist es, dass der öffentliche Nahverkehr pünktlich funktioniert. Um dies zu gewährleisten, brauche niemand Sondergenehmigungen für die Auto-Überfahrt zu erfragen, betont Tischel. Nur einzelne Fastnachter dürften zu festgelegten Terminen die Brücke nutzen, weil ihr Terminplan eng getaktet sei und ihnen etwa mit großen Instrumenten Taxifahrten nicht zuzumuten seien. Die Fastnacht habe in Mainz eben einen hohen Stellenwert, ließ Tischel augenzwinkernd durchblicken.

Eine Baufirma ist damit beauftragt, die 56 sogenannten Topflager zwischen Fahrbahn und Fachwerk, auszutauschen. Eine Kontrolle im Sommer habe ergeben, dass einige der Kunststoffteile beschädigt oder herausgefallen seien, erklärt Christine Geiler aus dem Tiefbauamt. Um ernsthaftere Schäden zu verhindern, sei eine rasche Reparatur unvermeidbar gewesen.

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