Wiesbaden/Taunus

Väter dürfen auch in der Corona-Krise bei der Geburt dabei sein

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Die Corona-Krise verunsichert Schwangere. Die Kliniken haben reagiert und bieten Informationen online und am Telefon.

Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit. In Zeiten von Corona aber verdrängen Sorgen allzu häufig die Vorfreude. Viele Schwangere haben Fragen – und auf manche können selbst Experten derzeit noch keine präzise Antwort geben. Andere Sorgen möchten die Kliniken der Region den Müttern nehmen.

Das Team der Geburtshilfe in den Hochtaunus-Kliniken posiert für ein Foto mit DIN-A4-Zetteln, auf denen der bekannte Appell „Bitte bleibt ihr für uns zu Hause – wir bleiben für euch hier“ zu lesen ist. Eine Schwester hält noch einen weiteren Zettel, verziert mit roten Herzen, in die Kamera: „Werdende Mamas und Papas willkommen“. Das Foto entstand als Reaktion auf eine Welle von Mails und Beiträgen in Social Media-Kanälen von besorgten Schwangeren, schreibt die Klinik. Deren sorgfältige Planung der Schwangerschaft bis hin zum Geburtstermin sei plötzlich mit vielen Fragezeichen versehen. Eine Frage, die immer wieder gestellt werde, sei die, ob werdene Väter angesichts der Besuchsverbote ihre Partnerin zur Geburt begleiten dürften. „Hier können wir die baldigen Mütter und Väter beruhigen“, sagt Professor Dominik Denschlag, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe in Bad Homburg. Der werdende Vater oder eine andere Begleitperson dürfe mit zur Geburt des Babys kommen.

„Wir bemühen uns auch in dieser schwierigen Zeit, das freudige Geburtsereignis möglichst familienorientiert ablaufen zu lassen“, sagt Christina Wölke, Hebamme in der Wiesbadener Paulinen Klinik (APK). Heißt: Sobald sich die Frau unter der Geburt befinde, dürfen Partner mit in den Kreißsaal, erläutert Stefanie Buchen, Chefärztin der APK-Frauenklinik und Geburtshilfe. Ausgenommen sind Kaiserschnittgeburten. Eine Begleitung in den OP sei derzeit nicht möglich. Zudem müssen die Begleitpersonen gesund und dürfen nicht positiv getestet sein. Die Klinik orientiert sich, wie andere Häuser auch, an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Nach einem kurzen Kennenlernen müssen Väter oder andere Begleitpersonen die Klinik aber verlassen. „Es besteht ein generelles Besuchs- und Kontaktverbot auch für Partner auf der Wochenbettstation, um Mutter und Kind bestmöglich zu schützen, somit sind auch Familienzimmer derzeit nicht möglich“, sagt Claudia Planz, Sprecherin der Kliniken des Main-Taunus-Kreises. Diese Regeln gelten auch in den Wiesbadener Horst Schmidt Kliniken (HSK). Dort darf der Vater oder eine Vertrauensperson Mutter und Baby für eine Stunde pro Tag auf der Wochenbettstation besuchen. Die Klinik stellt dafür spezielle Besucherausweise aus, informiert Kliniksprecherin Simone Koch.

Inzwischen bieten die Kliniken Besichtigungen oder Beratungen online und am Telefon an. Zudem bieten die Hebammen eine Telefonsprechstunde an und sind für Notfälle rund um die Uhr erreichbar. Die Kurse sind bis Anfang Mai ausgesetzt. Dank einer Spende werden den Müttern derzeit Gutscheine für ein Online-Wochenbettgymnastik-Programm geschenkt. „Und eine unserer Hebammen plant aktuell, einen eigenen Onlinekurs zu veröffentlichen“, erzählt Claudia Planz.

Die Geburtshilfe der Hochtaunus-Kliniken hat bereits ein Informationsvideo veröffentlicht, das auf der Klinikwebseite auf der Startseite der Geburtshilfe zu finden ist.

Die Wiesbadener HSK bieten eine Hotline für Schwangere an. Sie ist von Montag bis Freitag zwischen 9-12 Uhr und 14-16 Uhr unter 06 11 / 43 22 00 erreichbar.

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