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Die Eiszeit am Warmen Damm ist Geschichte. Der Vertrag wurde nicht verlängert. 

Wiesbaden

Streit um Standort für Wiesbadener Eiszeit

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Nach einer Analyse infrage kommender Standorte favorisiert die Stadt das Dern’sche Gelände. Die FDP spricht sich für eine Rotation der Standorte aus.

Nach 16 Jahren wird es in Wiesbaden keine Eislauffläche mehr am Warmen Damm geben. Nun wird über einen neuen Standort diskutiert. Die Stadt favorisiert das Dern’sche Gelände als Alternative – und stößt damit auf Kritik. Die FDP setzt auf Rotation.

Das Staatstheater hatte den Gestattungsvertrag für das Areal am Warmen Damm gekündigt. Damit sei eine Nutzung der Fläche rund um das Schillerdenkmal nicht mehr möglich, teilt das Büro von Bürgermeister Oliver Franz (CDU) auf Anfrage mit. Zudem schlössen Vorgaben des Denkmalschutzes und wirtschaftlichen Vorgaben des Grünflächenamtes eine Eiszeit am alten Standort aus.

Das Aus für die Eiszeit am Warmen Damm bedeutet auch das Ende der sogenannten Lumen-Alm, einem Gastronomieangebot neben der Eislauffläche. Betreiber Joachim Kettner hatte das Aus kürzlich auf Facebook verkündet. Die Stadt bestätigt, dass ein neuer Standort mit einem neuen Gesamtkonzept einher gehen soll. „Die jetzigen Planungen sehen die Eiszeit als Gesamtkonzept vor, welches für die Suche nach einem Betreiber ausgeschrieben werden soll“, teilte das Dezernat von Bürgermeister Franz mit. Während der Saison von November bis Januar empfing die Eiszeit zwischen 20 000 und 25 000 Besucher.

Über einen neuen Standort sei noch nicht final entschieden worden. Eine Analyse aller infrage kommenden Flächen im Innenstadtbereich habe allerdings ergeben, dass das Dern’sche Gelände als alternativer Standort am besten geeignet sei. Der neue Standort bedürfe allerdings der Zustimmung der Stadtverordneten. Die kommen im Februar das nächste Mal zusammen.

Am Standort Dern’sches Gelände gibt es Kritik – unter anderem von den Marktbeschickern, die dort zweimal in der Woche ihre Waren feilbieten und um ihre Einnahmen fürchten. Die FDP hat jetzt einen neuen Vorschlag zur Diskussion gestellt. Fraktionsvorsitzender Christian Diers plädiert für eine Standortrotation. Die Ortsbeiräte hätten viele überlegenswerte Standorte benannt, zum Beispiel den Kranzplatz, den Bahnhofsvorplatz und das Bowling Green. Der Magistrat solle drei bis vier geeignete Flächen benennen, die sich ab 2021 als Standorte für die Eiszeit abwechseln, fordert er.

„Mit dem Rotationsprinzip könnten wir den gordischen Knoten durchschlagen und einen fairen Interessensausgleich herstellen“, sagt Diers. Das Dern’sche Gelände sei als jährlicher Standort ungeeignet. Die Umsätze der Marktbeschicker litten bereits unter den Veranstaltungen wie der Rheingauer Weinwoche und dem Sternschnuppenmarkt. „Eine weitere mehrwöchige Einschränkung durch die Eiszeit wäre existenzbedrohend und ist für uns daher nicht akzeptabel.“

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