Wiesbaden

Stadt soll das Walhalla-Theater in Wiesbaden mieten

  • schließen

Im kommenden Jahr beginnt in Wiesbaden die Ausschreibung für einen kulturellen Nutzer.

Mit dem Variété-Theater Walhalla kann es nun endlich weitergehen. Seit Jahren wird das Gebäude nicht mehr bespielt. Nun steht fest, dass die Stadt als Generalmieterin auftreten soll, sobald ein Nutzer für das historische Theater gefunden wurde. Eine diesbezügliche Absichtserklärung würde helfen, das Walhalla in absehbarer Zeit zu revitalisieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Holding Wiesbaden WVV, der das Gebäude gehört.

Hintergrund ist, dass sich anders wohl kaum die beiden Ziele der Stadt für das Walhalla – kulturelle Nutzung und kostendeckende Miete – verwirklichen lassen. Mit einem Generalmieter können einfache Zuschüsse des Landes, des Bundes oder der Europäischen Union eingeholt werden, steht in der Begründung für die Stadtverordneten. Zunächst war auch in Betracht gezogen worden, dass die Stadt einem Nutzer Zuschüsse gewähren könnte. Dies hält die WVV aber aus rechtlichen Gründen für weniger vorteilhaft.

Im kommenden Jahr könnte es spannend werden. Die WVV soll in Absprache mit der Stadt ein europaweites Interessensbekundungsverfahren einleiten. Dafür stellen die Stadtverordneten 100 000 Euro bereit. Erst wenn der Nutzer bekannt ist und fest steht, welches Konzept er fährt und welche Ausstattung er benötigt, kann mit der Sanierung des Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Gebäudes begonnen werden. Laut einer Untersuchung vom Mai kommt der Sanierungsbedarf auf 39 Millionen Euro. Die Stahlträger im Keller stehen im Grundwasser und rosten. Die Böden sind verschlissen, die Rabitzdecke, eine bestimmte Putztechnik, ist kaputt und das Dach muss auch repariert werden. Wollte die Stadt die Sanierungskosten auf die Miete umlegen, ergäbe dies eine Miete von 32,20 Euro pro Quadratmeter – wohl zu viel für einen Kulturanbieter.

Die Stadtverordneten haben festgelegt, dass das Theater für die Kultur erhalten bleibt. Das Walhalla hat eine glitzernde Geschichte. Conny Froboess, Otto Sander, James Last, und die Komikerin Claire Schlichting sind dort nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare