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Sebastian Rutten

Wahl

„Die Stadt soll ihr Bauland nicht höchstbietend verkaufen“

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Der Wiesbadener OB-Kandidat Sebastian Rutten (FDP) ist dafür, Grundstücke in Erbpacht zu vergeben. Das Citybahn-Projekt lehnt er ab.

Einen Neuanfang in der von Skandalen geschüttelten Wiesbadener Stadtpolitik hält Sebastian Rutten nur für möglich, wenn nicht nur Köpfe ausgetauscht sondern auch das Parteiengeflecht aufgelöst werde. Der FDP-Mann, dessen Partei nicht in die Vorwürfe verwickelt ist, hält sich für geeignet, dies zu schaffen. „Ich möchte , dass die Menschen wieder Vertrauen in das Rathaus haben“, sagt er. Rutten lebt seit 2007 in Wiesbaden. Aufgewachsen ist er in Nürnberg. 2008 trat er in die FDP ein, seit 2016 ist er Stadtverordneter.

Der 42-jährige Jurist, Geschäftsführer im Pflegeverbund Rheinland-Pfalz, sieht sich zudem aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit in der Lage, als Oberbürgermeister die Landeshauptstadt und folglich als Aufsichtsratsvorsitzender die städtischen Gesellschaften zu leiten. „Ich hatte immer Führungspositionen inne, habe mit großen Körperschaften und der Landesregierung zu tun“, sagt er. Zudem bringe er die nötige Nervenstärke und Charakterfestigkeit mit.

Eines seiner Hauptanliegen ist es, den Wohnungsbau voranzutreiben, um die Wohnungsnot zu beheben. Mit einer neuen Flächenentwicklungspolitik hofft er, weitere Wohn- und Mischgebiete ausfindig zu machen. Damit auch Menschen mittleren Einkommens sich eine schöne Wohnung leisten können, schlägt er vor, dass die Stadt ihr eigenes Bauland nicht höchstbietend verkauft sondern in Erbpacht vergibt. Mit der Konzeptvergabe könne die Stadt zudem inhaltliche Akzente setzen.

Rutten ist erklärter Gegner der Citybahn und fordert einen Bürgerentscheid zum Thema. Er hält das Schienenprojekt für zu einschneidend und teuer, als dass es den Aufwand wert sei. Er wolle jedoch das im November 2018 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Mobilitätsleitbild abwarten, um endgültig über verkehrspolitische Projekte entscheiden zu können. Selbstverständlich würde er als Oberbürgermeister die Citybahn umsetzen, wenn der Bürgerentscheid dies ergebe, fügt er hinzu.

Rutten möchte sich für eine bessere frühkindliche Bildung einsetzen und so viel Geld im Etat bereitstellen, um den Sanierungsstau bei Schulgebäuden zu verringern. Als weitere Anliegen nennt er die Stärkung des Wirtschaftsstandorts und die Effizienzsteigerung der Strukturen in den städtischen Gesellschaften. „Der Stadtkonzern muss mit Maß und Vernunft gelenkt werden.“

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