Wiesbaden

Schlechte Noten für Radwege in Wiesbaden

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Der ADAC testet in der Landeshauptstadt Wiesbaden, wie sicher Velo-Fahrer in der City unterwegs sind.

Der Fahrradwegetest des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs ADAC vergibt Wiesbaden nur die Note „ausreichend“. Der Club hatte zwischen Dezember 2018 und März 2019 insbesondere die Sicherheit an Kreuzungen unter die Lupe genommen. Elf Testrouten zwischen 2,9 und 9,7 Kilometern Länge wurden abgefahren. Vier Routen wurden von den Testern mit „sehr gut“ bewertet, jedoch waren auch drei Routen „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“.

Positiv werteten es die Prüfer, dass an der Kreuzung Klarenthaler Straße/Kurt-Schumacher-Ring ein direktes Abbiegen nach Links mit Hilfe von Ampeln möglich sei. Fehlende Mittelinseln oder Ampeln an der Straße der Republik in Höhe der Diltheystraße vermiesen aber das Bild. Wenn wie an der Ludwig-Erhard-Straße und Stegerwaldstraße die Haltelinien vor den Ampeln den Fahrradfahrern nicht genug Platz ausweisen, ergibt dies nach Ansicht des ADAC auch einen Minuspunkt.

„Die Ergebnisse zeigen, dass es in Wiesbaden noch Handlungsbedarf für einen sicheren Radverkehr gibt“, sagt Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen. „Knotenpunkte müssen dafür sukzessive überprüft und vor allem im Hinblick auf die Sichtbarkeit von Radfahrern verbessert werden.“

Bemängelt wurde, dass Ampeln für Radfahrer meist nicht früher grün schalteten als für den Autoverkehr. Außerdem waren viele Radwege so weit von der Straße abgesetzt, dass Autofahrer Radler beim Abbiegen erst spät sehen konnten. Die Haltelinien für Fahrradfahrer an Ampeln lagen häufig nur wenig oder gar nicht vor denen für Kraftfahrzeuge. Zudem waren einzelne Grundstückszufahrten wegen Mauern oder Hecken kaum zu erkennen.

Erhöhte Sicherheit würden etwa auffällige Farbmarkierungen, Poller und abgesetzte Radwege an Kreuzungen zur Fahrbahn bringen. Hilfreich seien auch große Aufstellflächen für Radfahrer an Ampeln vor der Haltelinie des restlichen Verkehrs sowie die Aufpflasterung von Radwegen bei Einmündungen, um die Vorfahrt der Radfahrer zu verdeutlichen.

„Trotz der teilweise schlechten Testergebnisse sehen wir Wiesbaden auf einem guten Weg“, teilt Herda mit. „Allein in diesem Jahr hat sich hier einiges getan. Wenn der Radverkehrsanteil bis 2030 auf mindestens 20 Prozent steigen soll, müssen alle Kreuzungen sicher werden.“

Im April 2019 hatte der Allgemeine deutsche Fahrradclub (ADFC) die Radwege Wiesbadens schlechter beurteilt und Wiesbaden auf Platz 70 von 71 Städten gesetzt.  

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