Wiesbaden

Mobilität in Wiesbaden: Auto bleibt die erste Wahl

  • vonDiana Unkart
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Eine Studie untersucht das Mobilitätsverhalten in Wiesbaden. Das Ergebnis: Wiesbaden bleibt eine Stadt der Autofahrer.

Wiesbaden bleibt eine Stadt der Autofahrer. Die Vorhaben, die angestoßen wurden, um mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, scheinen aber erste Wirkungen zu zeigen – wenn auch in bescheidenem Ausmaß. Das belegt eine Analyse des städtischen Statistikamtes, das Daten einer Untersuchung der TU Dresden aufbereitet hat. Mehr als 2000 Wiesbadener haben für die Studie ihr Mobilitätsverhalten offengelegt.

Das Thema Verkehr steht auf der städtischen Prioritätenliste weit oben. Wegen zu starker Luftverschmutzung droht ein Dieselfahrverbot. Bei Umfragen in Sachen Fahrradfreundlichkeit rangiert die Stadt auf hinteren Plätzen, weit vorne jedoch, wenn es um die Stauzeit geht. Um die Verkehrswende zu verwirklichen, gibt es ehrgeizige Pläne, die von emissionsfreien Bussen über Vorfahrt für Radler bis zum Bau der Citybahn genannten Straßenbahn reichen.

Die Analyse der städtischen Statistiker zeigt, dass das Auto dennoch das meistgenutzte Verkehrsmittel bleibt: 49 Prozent aller Wege werden damit zurückgelegt. 28 Prozent zu Fuß, 17 Prozent mit Bus oder Bahn und sieben Prozent mit dem Fahrrad. 80 Prozent der Haushalte verfügen über ein Auto, aber nur 66 Prozent über ein Fahrrad oder E-Bike. Das hatten die Fachleute so nicht erwartet. Mit der Verbreitung der Elektrofahrräder, hatten sie gehofft, würden sich vor allem Senioren den Luxus gönnen – die aber kaufen eher Autos als Räder. Dennoch ist der Radverkehrsanteil gestiegen: Von zwei Prozent nach der Jahrtausendwende auf fünf Prozent im Jahr 2013 und schließlich auf sieben Prozent 2018. Seit dieser Zeit hat die Stadt das Radwegenetz weiter ausgebaut, so dass der Anteil inzwischen möglicherweise höher ist.

Verschiedene Daten weisen darauf hin, dass es ein Potenzial für Alternativen zum Auto gibt. 2018, zum Zeitpunkt der Befragung, wurde jeder zweite Weg mit dem Auto absolviert. Dabei waren es häufig kurze Strecken: Von allen Wegen mit dem Auto endeten 16 Prozent bei unter zwei Kilometern. Christian Giesen, Sprecher des Mobilitätsdienstleisters Eswe-Verkehr sagt, es sei schade, dass das Auto noch immer so sehr im Vordergrund stehe. Ein Umstieg auf Räder, E-Tretroller oder die Nutzung des Nahverkehrs sei im Sinne der Umwelt wünschenswert. Die Zahlen sieht er als Plädoyer für die Citybahn, die das Potenzial habe, den Individualverkehr deutlich zu reduzieren.

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