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Wahlplakate in Wiesbaden

Bildungspolitik

100 Millionen jährlich für Wiesbadens Schulen

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In Wiesbaden zieht Linken-Politiker Ingo von Seemen mit vielen sozialen Forderungen in den Wahlkampf.

Ingo von Seemen möchte Oberbürgermeister werden, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt wieder herzustellen. Dies möchte er unter anderem mit kostenfreien Kitas, billigeren Bus- und Bahn-Tickets, Weihnachtsgeld für Kinder im Hartz-IV-Bezug und einem kostenlosen Zugang zu einem Sport- oder Kulturverein für sie erreichen. Dass er als Oberbürgermeister der Linken keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung hätte, betrachtet der 32-Jährige als Vorteil.

„Die Kraft des Arguments würde mehr zählen und nicht mehr die Hinterzimmerpolitik“, sagt von Seemen. Vielleicht würde die Politik auch etwas heiterer werden. Der Student der Philosophie und Geschichte besitzt komödiantisches Talent, das er auch in der Politik einsetzt. Nicht selten werden seine Beiträge mit Schmunzeln und Gelächter quittiert. Seine vor Sprachwitz sprühenden Reden sind jedoch nicht flach, sondern haben mitunter gedankliche Stringenz und Tiefe. „Ich habe gelernt, rhetorisch gut zu sein, damit man mir zuhört“, sagt der Wiesbadener, der bereits einige Jahre als Bürokaufmann arbeitete, bevor er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur machte. Seine Partei werde schließlich von den Medien oft übergangen. Als Berufsziel gibt er Politiker an.

Um die galoppierenden Mietpreissteigerung aufzuhalten, schlägt von Seemen ein städtisches Wohnungskaufprogramm vor, das die Wohnungen in die Sozialbindung führen soll. Davon würden auch Menschen mit mittleren Einkommen profitieren, da die Durchschnittsmieten auch auf dem freien Markt sinken würden, sagt er.

Die Investitionen für die Schulsanierung und den Schulneubau von derzeit etwa 25 Millionen Euro im Jahr würde er auf 100 Millionen Euro anheben. Die teils maroden Wiesbadener Schulen sollten schneller auf den modernsten Stand und danach kontinuierlich in Schuss gehalten werden. Von Seemen ist für den Neubau einer weiteren Integrierten Gesamtschule, für die Einführung der Oberstufe an der Wilhelm-Leuschner-Schule und gegen ein neues Gymnasium in Kastel. Zudem würde sich von Seemen für mehr IT-Unterricht einsetzen, um die Jugendlichen besser auf die Gefahren in den digitalen Medien vorzubereiten.

Ingo von Seemen trat als Jugendlicher der SPD bei und engagierte sich bei den Jusos. Seit 2013 ist er Linken-Mitglied. Zurzeit ist er stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher und Mitglied im Sozialausschuss.

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