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Mehr Service im Netz

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Die Stadt Wiesbaden möchte sich im IT-Bereich besser aufstellen. Die Bürger verlangen bessere digitale Angebote der Behörden.

Die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener haben bezüglich der digitalen Angebote klare Erwartungen an ihre Stadt: Serviceinformationen einholen und Behördengänge erledigen soll übers Internet möglich sein, und zwar einfach handhabbar und mit den Geräten, die die Menschen ohnehin zu Hause haben. Das sind Smartphone und PCs, aber keine Kartenleser für den elektronischen Personalausweis. Das ist ein Ergebnis der Umfrage, die Peter Becker vom Amt für Statistik und Stadtforschung gestern präsentierte. Die Stadt möchte sich im IT-Bereich besser aufstellen. Die Stadtanalyse „Digitaler Wandel in Wiesbaden“ liefert die Grundlagenerkenntnisse dazu.

Besonders die 30- bis 39-Jährigen und die Besserverdienenden drängen darauf, Anträge online bei der Stadtverwaltung abgeben zu können; es sind 81 und 84 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Befragten will auch Termine online vereinbaren, und die Hälfte der unter 30-Jährigen hält eine Funktion für das Onlinebezahlen für erstrebenswert. Zudem sind es praktische Anwendungen im Verkehr, die sich die Menschen wünschen: Den Verkehr durch Sensoren flüssiger zu gestalten und Verkehrssünder besser aufzuspüren sowie freie Parkplätze anzuzeigen, gehören dazu.

In der Mehrthemenumfrage „Leben in Wiesbaden 2018“ wurden im Herbst 2018 14000 Personen angeschrieben, von denen 4127 antworteten.

Die meisten Nutzer (67,5 Prozent) nutzen sowohl Smartphone und den PC, der Rest nur eines von beiden. Je jünger die Befragten sind, desto mehr Zeit verbringen sie im Internet. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind 27 Prozent bis zu sechs Stunden am Tag online.

Es verwundert nicht, dass der Anteil der Wiesbadener, der täglich online ist, über dem Bundesdurchschnitt liegt. Nur neun Prozent bleiben dem Internet fern; deutschlandweit sind es 16 Prozent. Stadtbewohner mit höherem Bildungsgrad nutzen das Internet in höherem Maße als Landbewohner, Personen mit Hauptschulabschluss und Menschen, die nicht berufstätig sind. Jüngere sind öfter online als Ältere. Wie das Amt herausfand, sind in Wiesbaden vor allem ältere und alleinlebende Frauen nie im Netz unterwegs.

Ziel der Stadt ist es, ihre Internetseite und andere Informationskanäle bekannter zu machen. Um alle Wiesbadener zu erreichen, sollten mehr fremdsprachliche Angebote geschaffen werden, sagte Becker.

Die Internetseite der Stadt Wiesbaden wird etwa so oft aufgerufen wie die der anderen Städte im Rhein-Main-Gebiet. Im Vergleich mit der Nachbarstadt Mainz liegt aber die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt klar vorne: Ihre Seite wird doppelt so häufig angeklickt.

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