Wiesbaden

Kritik an Wiesbadener Schulpolitik

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Ein Bündnis beklagt die systematische Vernachlässigung der Gesamtschulen in der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Das „Bündnis Gesamtschulen“ aus Lehrkräften, Elternvertretern, Schülerinnen und Schülern kritisiert die Wiesbadener Schulpolitik, die weitere Weichen zu Ungunsten der Gesamtschulen stelle. Sie würden „schulpolitisch vernachlässigt und schlechter behandelt“, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses.

So würden den Integrierten Gesamtschulen erstmalig zum neuen Schuljahr 15 Prozent ihrer Schüler bei der Bemessung der Zuweisung von Förderlehrkräften herausgerechnet. Unabhängig von der Höhe des Abzugs in Prozent sei ein „Skandal“, mit welcher Begründung dies geschehe. Bei den 15 Prozent handele es sich nämlich um die Gymnasiasten. Denn – so die schulpolitische Logik – an Gymnasien gebe es schlichtweg bestimmte Förderschwerpunkte gar nicht.

Die sich daraus ergebene „Zwei-Klassen-Inklusion“ werde nun nicht mehr nur schleichend zu Lasten der Gesamtschulen eingeführt. Nun wird sie auch mit harten Zahlen zu Lasten dieser untermauert.

Das Bündnis sehe deshalb für die Jahrgänge 5 und 6 erhebliche Probleme für die betroffenen Kinder. So müssten an der Wilhelm-Leuschner- und Hermann-Ehlers-Schule offenbar komplett neue Klassen in den Jahrgängen 8 und 9 aufgemacht werden, um Schüler aufzufangen, die an anderen Schulen ihren Abschluss nicht erreicht haben.

Und auch hier scheine in der Logik der politischen Entscheider beim städtischen und staatlichen Schulamt in einer Art „automatisierten Reaktionismus“ die Gesamtschule die Schulform zu sein, die auch dieses Problem schultern müsse. Der sonst „so hoch gehängte Elternwunsch“ werde damit nach der Klasse 7 ein weiteres Mal konterkariert, wenn man „im schleichenden Prozess zur Zweigliedrigkeit nicht nur die Übergänge nicht mehr realisiert“ bekomme.

Durch Verschieben von Schülern an eine andere als die gewählte Schulform, nämlich die Gesamtschule, werde diese erneut benachteiligt, so das Bündnis. 

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