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Des Kormorans fette Beute: toter Fisch im Wiesbadener Kurparkweiher.

Wiesbaden

Kormorane richten Massaker an

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Die Vögel sind verantwortlich für das rätselhafte Fischsterben im Wiesbadener Kurparkweiher.

Das Rätsel um das Fischsterben im Kurparkweiher ist gelöst. Wie das Regierungspräsidium auf Anfrage mitteilt, haben offenbar Kormorane im See ein Gemetzel veranstaltet. „Wir gehen von einer natürlichen Ursache aus. Die toten Fische weisen Schnabelhiebe auf“, sagt RP-Sprecher Guido Martin. Offenbar komme es vor, dass Kormorane manche Fische töteten, sie aber nicht mitnähmen, eventuell, weil sie zu schwer seien.

Am späten Samstagnachmittag waren 30 tote Fische am Rand des Kurparkweihers gefunden worden und Fischgestank war in der Luft gelegen. Die Polizei, die Untere Wasserschutzbehörde und die Entsorgungsbetriebe Wiesbaden (ELW) ließen den Kurpark daraufhin für die Öffentlichkeit sperren. Am Sonntagmorgen wurden weitere sechs tote Fische entdeckt. Da die Ursache des Fischsterbens unklar war, veranlassten die Behörden die Entnahme von Wasserproben. Wie Martin weiter mitteilt, seien die ELW mit der Untersuchung beauftragt worden und die Ergebnisse würden am Donnerstag vorliegen.

Wiesbaden: Kurpark wieder geöffnet

In der Zwischenzeit entdeckten Fachleute jedoch die Hackspuren an den Kadavern, weshalb laut Martin nicht davon ausgegangen werde, dass das Wasser verunreinigt sei. Der Kurpark ist seit Sonntagmorgen wieder geöffnet. Nur der Zulauf und Ablauf zum Weiher sind noch abgesperrt.

Der Vogelschutzbeauftragte Oliver Weirich berichtet auf Nachfrage, dass er am Freitag 45 Kormorane im Kurpark und weitere sechs am Warmen Damm gesichtet habe. Eine so große Gruppe sei noch nie im Kurpark gesehen worden. In den letzten zehn Jahren seien höchstens sechs Kormorane gleichzeitig im Park gewesen, meistens jedoch nur ein bis drei. Wieso nun so viele der bis zu einem Meter großen Vögel im Kurpark waren, kann Weirich nicht erklären. Kormorane sind ausgezeichnete Taucher, die ihre Beute unter Wasser jagen. Die hochrückigen goldfarbenen Fische, die Weirich tot am Weiherrand liegen sah, seien jedoch zu breit für einen Kormoran gewesen. Weirich sagt: „Die kriegen sie nicht runter.“

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