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Kormorane leben am Rhein wie hier bei Schierstein. Führt der Fluss viel Wasser, jagen sie lieber im Kurparkweiher.

Tiere

Kormorane haben im Wiesbadener Kurparkweiher der Natur nicht geschadet

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Die Wasservögel sind wegen des hohen Rheinpegels in den Kurpark Wiesbaden ausgewichen. Sie würgen ihre Beute aus, wenn sie gestört werden.

Weder Verschwendung noch Mordlust hätten die Kormorane dazu bewegt, Fische aus dem Kurparkweiher zu töten, ohne sie zu verspeisen, erklärt der Wiesbadener Vogelschutzbeauftragte Oliver Weirich das Verhalten der Wasservögel im Kurpark. Es sei vielmehr auch der Störung durch Menschen oder Hunde oder misslungenen Jagden zuzuschreiben, wenn Kormorane ihre Beute nicht auffressen würden.

Kurz vor Silvester waren 30 tote Fische im dortigen Weiher aufgefallen und eine ungewöhnlich große Gruppe Kormorane wurde als Ursache ausgemacht. Mit ihren spitzen Schnäbeln hatten sie die Fische getötet, aber nicht aufgefressen. Kormorane spuckten über ein Pfund schwere Fische wieder aus, weil sie sie nicht verdauen könnten, sagt Weirich.

Der Vogelschutzbeauftragte, der auf seinen Beobachtungstouren in jenen Tagen 45 Kormorane im Kurpark gezählt hatte, berichtet, dass Kormorane in der Lage seien, bei der Jagd auf Fischschwärme zu kooperieren. „Sie würden Fische in Panik versetzen und sie auf das Ufer zutreiben. dabei passiere es, dass Fische aus dem Wasser springen“, zitiert Weirich den Frankfurter Kormoranexperten Matthias Werner. Wenn sie bei der Verdauung ihrer Beute gestört würden, würgten sie zudem den Fisch wieder aus, um fortfliegen zu können.

Bei dem im Kurpark beobachteten Vogel handele es sich um den einheimischen Binnenlandkormoran, der seit dem neunten Jahrhundert in Deutschland belegt sei. Einst ausgerottet, breite sich der Fischjäger seit Ende der 1980er Jahre in Deutschland wieder aus. Wegen des aktuell hohen Wasserpegels im Rhein wichen die Vögel auf Gewässer in der Umgebung aus, wo ihnen das Jagen leichter falle.

Die Kormorane hätten Weirich zufolge keinen naturschutzfachlichen Schaden angerichtet. In den Kurparkweiher würden keine Fische eingesetzt. Wasservögel schleppten in ihrem Gefieder Tierlaich ein. Die Zierfische und nicht einheimischen Fische würden von Menschen ausgesetzt, was Naturschützer wegen der möglichen Ansteckung mit Krankheiten nicht gerne sähen.

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