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Der Bach wurde einst in ein künstliches Bett gezwängt.

Wiesbaden

Wiesbaden: Klingenbach soll wieder Heimat für Steinkrebse werden

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In Breckenheim wird der Klingenbach auf einer Länge von 500 Metern renaturiert. So sollen sich Fische und Krebsarten wieder heimisch fühlen.

Der Klingenbach wird im Ortskern Breckenheim auf einer Länge von 500 Metern renaturiert. Das städtische Umweltamt startet nach eigenen Angaben Ende November mit den Arbeiten im Bereich der Neuen Schulstraße. Die Arbeiten erstrecken sich bis zur Kreuzung Alte Dorfstraße/Klingenbachstraße.

Ziel ist es, die Strömungsgeschwindigkeit des Klingenbaches so zu reduzieren, dass Fische und andere Wasserorganismen, wie der Bachflohkrebs oder die Köcherfliegenlarve, wieder besser in Längsrichtung des Gewässers „wandern“ können. Gewässertypische Gräser und Stauden, wie beispielsweise die Sumpfschwertlilie, sollen das neue Bachufer auf natürliche Weise stabilisieren und zahlreichen Tierarten wieder einen natürlichen Lebensraum bieten.

Eine Besonderheit des Klingenbachs ist eine Steinkrebspopulation im Oberlauf. Der Steinkrebs wird in der Roten Liste Deutschlands als stark gefährdet eingestuft. Gefährdet wird er durch die Krebspest und Flusskrebse, die aus anderen Gebieten kommen. Rund 880 000 Euro werden die Baukosten für das Renaturierungsprojekt betragen. Das Land Hessen hat bislang 660 000 Euro aus dem Landesprogramm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ für die Arbeiten bereitgestellt; es ist Teil des Programms zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Während der Arbeiten müssen die Bürger zeitweise mit Behinderungen der Zuwegungen um und am Klingenbach rechnen. Im Mai 2020 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. 

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