Wiesbaden

Zu Hause umsorgt

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Das Wiesbadener Kinderhospiz Bärenherz und die Universitätskliniken Mainz kooperieren.

Wenn ein Kind schwer erkrankt und die Ärzte eine chronische oder tödlich verlaufende Krankheit diagnostizieren, bricht für die Eltern die Welt zusammen. Den Alltag mit dem Kind und den Geschwisterkindern nach einem Klinikaufenthalt im eigenen Zuhause zu organisieren, übersteigt oft ihre Kräfte. Das Kind muss nicht nur gepflegt werden, die Eltern müssen auch eine Vielzahl an Terminen etwa mit dem Kinderarzt, Physiotherapeuten oder Ernährungsberatern vereinbaren.

Das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden und das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Mainz bieten jetzt eine gemeinsame sozialmedizinische Nachsorge für zu Hause an. Bereits in der Klinik nimmt eine Pflegekraft aus dem Nachsorgeteam von Bärenherz Kontakt zur Familie auf. Nach der Entlassung begleitet sie die Familie in den Alltag. Therapien werden gemeinsam eingeübt und Termine koordiniert. Ziel ist es, dass die Kinder früh nach Hause entlassen werden und zu verhindern, dass sie wiederholt in die Klinik eingewiesen werden müssen. „Wir wollen Familien starkmachen, die Herausforderungen des Alltags mit dem schwerstkranken Kind zu meistern“, sagt Pia Oudille, die Leiterin des Bärenherz-Teams.

Den Familien entstehen dadurch keine Kosten. Finanziert wird das Angebot von der Krankenversicherung und der Bärenherz-Stiftung. Die Kooperation mit der Mainzer Uniklinik wird nach dem Vorbild des sozialmedizinischen Nachsorgesystems in Wiesbaden gestaltet.

Seit der Etablierung des Systems 2017 wurden 140 Kinder betreut. 80 Kinder wurden von den Horst-Schmidt-Kliniken und die anderen von anderen Kliniken in Deutschland überwiesen. 

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