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Das Haus in der Nerostraße wird wieder aufgebaut.

Wiesbaden

Haus in Wiesbaden Stück für Stück abgebaut

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Das auf etwa 1810 datierte Baudenkmal in der Nerostraße 22 in Wiesbaden wird durch kompletten Ab- und Wiederaufbau saniert.

Eines der ältesten Häuser Wiesbadens ist aus dem Stadtbild verschwunden. Doch das in der Nerostraße 22 stehende denkmalgeschützte Fachwerkhaus ist nicht für immer weg. „Die Baulücke wird bald wieder geschlossen“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler (CDU). Das durch eine dendrochronologische Untersuchung auf die Zeit um 1810 datierte Baudenkmal werde in einem aufwendigen und ungewöhnlichen Sanierungsverfahren nach seinem Abbau nach traditionell-handwerklichen Methoden instand- und anschließend an Ort und Stelle wieder zusammengesetzt.

Der komplette Abbau des kleinen zweigeschossigen Gebäudes war notwendig geworden, weil der Keller einsturzgefährdet und die Fachwerkkonstruktion von Holzschädlingen stark beschädigt worden war.

Der völlige Abbau eines denkmalgeschützten Hauses sei für Denkmalpfleger zwar der absolute Ausnahmefall, teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit. Er ermögliche aber den Erhalt vieler Hölzer der historischen Konstruktion. Außerdem könnten so Holzschädlinge besser bekämpft werden. Die dafür notwendige Zeit werde genutzt, um den Baugrund für den Wiederaufbau vorzubereiten und den einsturzgefährdeten Keller zu sanieren.

Das jetzt abgebaute Fachwerkhaus bildet mit dem Nachbargebäude Nerostraße 24 eine kleine Baugruppe aus der Erstbebauung des Bergkirchenviertels im frühen 19. Jahrhundert. Als ein seltenes Zeugnis der Wiesbadener Stadterweiterung habe es einen hohen stadtbaugeschichtlichen Wert, so die Stadt weiter. Es gelte deshalb als ein Einzelkulturdenkmal.  

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