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Gewann die Oberbürgermeisterstichwahl in Wiesbaden gegen den CDU-Konkurrenten: Sieger: Gert-Uwe Mende.

Gert-Uwe Mende

Erst hinter den Kulissen, dann plötzlich ganz vorne: Gert-Uwe Mende wirkt authentisch

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Ein Porträt des Wahlsiegers in Wiesbaden.

Gert-Uwe Mende hat nicht danach gestrebt, in der ersten Reihe zu stehen. Als Sprecher und Leiter eines Ministerbüros sowie als Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion war es seine Aufgabe, hinter den Kulissen die Politiker in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Nun steht der 56-Jährige plötzlich das erste Mal selbst ganz vorne. Er half seiner Partei aus der Not, als dieser ihr sicher geglaubter Kandidat plötzlich abhanden gekommen war. Noch-Amtsinhaber Sven Gerich (SPD) verzichtete auf seine Kandidatur. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Vorteilsnahme.

Als Polit- und Kommunikationsprofi hat Mende im Wahlkampf all seine politischen Erfahrungen eingesetzt. Wirkte er anfangs nur solide und zurückhaltend – keine schlechten Eigenschaften für einen Politiker, aber ungewöhnlich –, so gewann er mit zunehmenden Auftritten auf Podien und an Haustüren an Argumentationsgeschick und Schlagfertigkeit. Zuletzt war er bei Gesprächsrunden kaum zu stoppen. Punktgenau landeten seine Antworten und beeindruckten mit Sachkenntnis und Standpunkten konservative wie linke Kreise. Ihm gelingt es, Kontroversen ohne Gesichtsverlust seiner Gegenüber zu führen.

Sein Konzept sei es, zuzuhören, sagt Mende immer wieder. Als Wahlkämpfer hat er mit Hunderten Menschen gesprochen und dem Wahlergebnis zufolge einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Er wirkt freundlich, auch ernsthaft und vor allem authentisch. Die Wiesbadener, so scheint es, trauen ihm zu, ihre Landeshauptstadt zu führen. In der ersten Reihe, ganz vorne.

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