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Oberbürgermeisterstichwahl im Rathaus, v.l.n.r.: Gert-Uwe Mende, Eberhard Seidensticker.

OB-Wahl

Gert-Uwe Mende gewinnt Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden

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Wiesbaden hat einen neuen Oberbürgermeister: SPD-Mann Gert-Uwe Mende macht das Rennen gegen CDU-Konkurrent Seidensticker.

Der Abend fängt bei den Sozialdemokraten schon um kurz nach 18 Uhr mit einer Party an, als die ersten Wahlbezirke ausgezählt sind. Über 60 Prozent für ihren Kandidaten Gert-Uwe Mende. Gegen 19 Uhr dann frenetischer Jubel, als sich das Ergebnis verfestigt  und sich „Ihr Kandidat“ Gert-Uwe Mende mit seiner Frau Susanne bei den Genossen endlich blicken lässt. Der SPD-Mann Mende entscheidet mit über 60 Prozent der Wählerstimmen die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Wiesbaden für sich. Seinen Kontrahenten Eberhard Seidensticker (CDU) hat  er abgehängt. An der Spitze der Landeshauptstadt steht somit wie bei fast allen hessischen Großstädten ein Sozialdemokrat.

So gelöst und fröhlich hat man die Wiesbadener SPD-Mitglieder schon lange nicht mehr gesehen. Der neue Oberbürgermeister war sofort umringt von Freunden und Journalisten, der Raum im Rathaus überfüllt. Mende lässt sich von der Freude über den Sieg nicht übermannen. „Die Arbeit fängt heute an“, sagt er ernst, als ihm Journalisten Mikros vor die Nase halten. Für die Themen Wohnen, Mobilität, Klimaschutz, sozialen Zusammenhalt gelte es unverzüglich einzutreten. Er werde bei den anderen Fraktionen für einen tragfähigen Umgang für die politische Arbeit im Rathaus werben. 

Dann der Dank an seine Wahlkampfhelfer, die mit guter Laune einen „fulminanten“ Wahlkampf hingelegt hätten. Die Genossen skandieren laut „GUM“, GUM“ - ein Spitzname, die ersten Buchstaben seines Namens. Dass Mende die Stichwahl gewinnen würde, war in den letzten Tagen erwartet worden. „Aber so ein gutes Ergebnis ist eine Überraschung“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Nadine Ruf. Die Partei Die Linke hatte ihre Anhänger dazu aufgerufen, dem SPD-Kandidaten ihre Stimme zu geben. Die Grünen allerdings, deren OB-Kandidatin bei der Hauptwahl fast ein Viertel aller Wählerstimmen auf sich vereinte, hatten wie FDP und AfD keine Wahlkampfempfehlung abgegeben.

Der 56 Jahre alte Mende war vor 14 Wochen noch ein unbeschriebenes Blatt. Nachdem der scheidende SPD-Oberbürgermeister Sven Gerich wegen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen und Vorwürfen von Vorteilsnahme eine zweite Kandidatur abgesagt hatte, war Mende als Kandidat für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl kurzfristig eingesprungen. Der Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion war bislang nicht aktiv in der Politik tätig. Gerich war bei der Bekanntgabe der Ergebnisse im Rathaus nicht zugegen.

Enttäuschung bei der CDU. Parteivorsitzender Oliver Franz versucht zu trösten und lobt das Wahlkampfteam für seine engagierte Arbeit. „Ich bin schon ein Stück weit enttäuscht“, bekennt der 53 Jahre alte Seidensticker, Dachdeckermeister aus Schierstein. Denn er habe nicht nur viele Stunden sondern auch Geld in den Wahlkampf investiert. Nun greife sein Plan B und er widme sich wieder seinem Dachdeckerunternehmen.

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