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Debatte zum Ostfeld startet im Herbst

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Der Wiesbadener Umweltdezernent Andreas Kowol sieht Klimaprobleme nicht als  K.o.-Kriterium.

Ob das Planungsgebiet Ostfeld/Kalkofen als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) eingestuft werden soll, soll nach der Sommerpause in den Gremien diskutiert und zum Jahresende beschlossen werden, teilt Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne) auf Anfrage mit. Als Basis dafür hält er das von der Stadtentwicklungsgesellschaft in Auftrag gegebene Klima-Gutachten zunächst für ausreichend. Die FR hatte am Mittwoch berichtet, dass dieses Gutachten, das eine Bebauung unter Auflagen für vertretbar hält, durch eine Prüfung eines anderen Büros als unvollständig kritisiert wird. Die Prüfung war vom Umweltamt beauftragt worden.

Die Bebauung in dem 450 Hektar großen Gelände erweist sich wegen dessen hoher klimatischer Bedeutung als problematisch, denn es versorgt die umliegenden Stadtteile und Mainz mit Frischluft. Ein SEM-Beschluss eröffnet der Stadt die Möglichkeit, das Land zu günstigen Preisen zu erwerben. Auf dem Areal sollen zwei Gewerbegebiete und Wohnungen für 10 000 Menschen entstehen. Für die folgenden Planungen ist laut Kowol zu diskutieren, ob die im zweiten Gutachten genannten vertiefenden Untersuchungen folgen sollen.

Das Gelände nicht zu bebauen ist für ihn zurzeit keine Option. „Ich beweise Vertragstreue“, sagt der Dezernent, denn das Siedlungsprojekt sei im Kooperationsvertrag von SPD, CDU und Grünen enthalten. Die Klimaprobleme seien noch kein „K.o.-Kriterium“, denn er gehe davon aus, dass sie sich durch die vorgeschlagene Art der Bebauung und Durchlüftungstrassen minimieren ließen. Zudem gebe es andere Knackpunkte wie den Naturschutz und die Verkehrsanbindung, für die auch Lösungen gesucht würden. Gleichwohl räumt er ein, dass mit der Bebauung versucht werde, „die Grenzen des Wachstums zu verschieben“.

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