Wiesbaden

Bau der City-Passage in Wiesbaden verzögert sich

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Wegen der Corona-Pandemie wird der Vertrag mit dem Investor später geschlossen. Das hat Folgen.

Der Vertrag zur neuen City-Passage mit dem Entwickler Development Partner hätte eigentlich schon längst unter Dach und Fach sein sollen. Es hätte nur noch im März eines Treffens für letzte Abstimmungen bedurft. Dann kam Corona dazwischen. So schildert es Rainer Emmel, Geschäftsführer der WVV Wiesbaden Holding. Dadurch werde das Projekt abermals verzögert.

Development Partner hatte 2018 eindrucksvolle Pläne zur Neugestaltung der City-Passage an der Schwalbacher Straße vorgestellt. Ein anspruchsvolles städtebauliches Quartier mit Wohnungen, Büros und Geschäften sollte entstehen und endlich der schmuddeligen und leer stehenden Passage, einem 1980er-Jahre-Bau in der Haupteinkaufsmeile - ein Ende bereiten. Die WVV - damals noch unter Leitung der Geschäftsführer Emmel und Ralph Schüler - schien dem Trauerspiel endlich ein Happy End geben zu können. Die WVV hatte die City-Passage 2016 gekauft, nachdem ein irischer Investor das Projekt in den Sand gesetzt hatte. Deshalb werde im Vertrag mit Development Partner eine zügige Fertigstellung verlangt. Der Termin zum Vertragsschluss werde, so Emmel, bald stattfinden.

Im Mai 2019 stimmte die Stadtverordnetenversammlung zu. Seitdem ruht der See. Ursprünglich habe der Investor eine zweistöckige Tiefgarage geplant, wofür Bodengutachten notwendig gewesen seien, berichtet Emmel. Die Abstimmungsprozesse hätten Zeit erfordert. Nun hofft Emmel, dass es nicht im Herbst zu einer zweiten Corona-Welle und einer Schwächung des Immobilienmarktes kommt. Emmel sagt es nicht ausdrücklich, lässt aber durchblicken, dass es dann wieder eng werden könnte für das Vorzeigequartier.

Emmel, seit 2013 Geschäftsführer der WVV, bezeichnet die 20-jährige Geschichte der Holding ansonsten als Erfolg. Seit 2010 schüttete die hundertprozentige Tochter der Landeshauptstadt Geld aus. „Bis 2020 werden es mehr als 170 Millionen Euro sein“, sagt er. Der öffentliche Nahverkehr sei seit 2001 zudem mit 320 Millionen Euro aus dem Überschüssen des Energiesektors subventioniert worden.

An der Realisierung des emissionsfreien Verkehrs wolle die Holding auch künftig mitwirken. Die Weiterentwicklung des Verkehrsdienstleisters Eswe und die Schaffung günstigen Wohnraums blieben die Schwerpunkte. Allerdings könnte die Pandemie einige Pläne zunichtemachen. 1,5 Millionen Euro pro Monat nehme Eswe Verkehr durch den Einbruch bei den Fahrgastzahlen weniger ein. Bis zum Jahresende rechnet Emmel mit Mindereinnahmen von fünf bis sieben Millionen. An der Umstellung auf elektrobetriebene Busse werde festgehalten. Aber andere Pläne gehörten auf den Prüfstand.

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