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Kranker Baum im Wald. 

Wiesbaden

Wiesbaden: Bürger möchten beim Aufforsten helfen

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Die Schäden im Wald sind immens. Für Pflanzaktionen melden sich Helfer zuhauf - so viele, dass die Fachleute an ihre Grenzen kommen.

Vertrocknete Bäume, Borkenkäfer, Sturmschäden – im Wiesbadener Stadtwald wie im Weilburger Tal oder in Frauenstein am weißen Weg hat sich der Wald ausgedünnt. „Der Zustand des Stadtwaldes hat sich in den letzten Jahren verschlechtert; nahezu alle Baumarten sind in unterschiedlichem Ausmaß von Schädlingen oder Krankheiten betroffen“, teilt das Wiesbadener Umweltamt auf FR-Anfrage mit.

Menschen wie Sabine und Jürgen Sesterhenn beunruhigt das. Sie möchten helfen, kahle Stellen wieder aufzuforsten. „Weil der Wald so miserabel aussieht, haben wir im Freundeskreis nachgefragt“, berichtet Sabine Sesterhenn. 250 Personen hätten sie zusammengetrommelt.

Auch der Opernsänger Andreas Schader hatte mit seiner Initiative „Opera meets nature“ im Herbst Geld gesammelt, um 20 000 Bäume für einen „Nibelungenwald“ pflanzen zu lassen. Sesterhenn und Schader sind nicht die Einzigen.

Hilfsbereite Menschen melden sich gerade zuhauf beim Forstamt Chausseehaus und dem kommunalen Umweltamt, um die Lücke in den Wäldern wieder aufzuforsten. Aktuell gebe es so viele Anfragen, dass Pflanzaktionen gebündelt werden müssten, teilt das Umweltamt auf FR-Nachfrage mit. Weil die Nachfrage so hoch sei, darf die FR die Aufforstungstermine nicht veröffentlichen, damit nicht noch mehr Menschen kommen. Nur so viel: Einer werde im Frühjahr und einer im Herbst stattfinden. Waldbäume sollen von November bis Ende März gepflanzt werden.

Mehrarbeit für die Fachleute

Ralf Bördner von Hessenforst zufolge haben sich über 100 Personen beim Forstamt für die Aufforstungsaktionen von 20. bis 22. März auf fünf Flächen im Zuständigkeitsgebiet des Forstamts Chausseehaus gemeldet. Je nach Standort soll ein möglichst vielfältiger Wald aus Eichen, Linden, Buchen und anderen Bäumen entstehen. Natürlich würden professionelle Kräfte schneller und umfänglicher als privat Engagierte pflanzen. „Aber solche Aktionen fördern die Identifikation mit unserem Wald und die Sensibilität für alles was mit der nachhaltigen Walderhaltung zu tun hat“, teilt Bördner auf Anfrage mit.

Das gestiegene Interesse am Wald wird auch beim Umweltamt positiv bewertet. Die Aufforstung der Kahlflächen, zu der das Umweltamt per Gesetz verpflichtet ist, sei eine Mammutaufgabe. „Wir hoffen, dass sich eine wachsende Sensibilität auch auf andere klimarelevante Fragen auswirkt und so die Ursachen des Klimawandels entschiedener bekämpft werden können“, so das Umweltamt. Über die konkreten Pflanzungen hinaus könne auch eine tiefere Verbindung zur Natur und ein größeres Verständnis für das Ökosystem Wald entstehen.

Aber das Interesse der Bürger belastet wohl auch. Denn es muss Personal für die Vorbereitung und Begleitung der Aktionen bereitgestellt werden. Die Mitarbeiter des Stadtwaldes bereiten die Pflanzung vor, räumen die Flächen und bohren die Pflanzlöcher. Auch bei der Pflanzung würden sie die freiwilligen Helfer unterweisen. Aus Kapazitätsgründen werde daher keine weitere Aufforstungsaktion mit Bürgern geplant. Hessenforst dagegen bietet regelmäßige Aufforstungstermine an.

Informationenzur Pflanzaktion unter hessen-forst.de.

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