Wiesbaden

Beratung für Flüchtlinge in Wiesbaden darf weitermachen

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Stadtverordnete geben Geld für das Psychosoziale Zentrum frei. Auch eine Kooperation mit dem Antoniusheim ist geplant.

Erleichterung bei dem Team der Beratungsstelle für Flüchtlinge – das kostenfreie Angebot wird wohl doch nicht schließen. Die Stadtverordneten haben ein Einsehen und erklären ihren Willen, die benötigten 240 000 Euro für 2020 und 2021 bereitzustellen, damit der Verein Werkgemeinschaft unter dem Dach des Psychosozialen Zentrums die Beratungsstelle fortsetzen kann. Mehrere Organisationen hatten die Stadtverordneten darauf aufmerksam gemacht, dass die Zuschüsse nicht in dem Vorschlagspaket der Kooperation im Rathaus (CDU, SPD und Grünen) zum Haushaltsplan 2020/2021 enthalten waren. Mit Ausnahme der AfD stimmten im Haupt- und Finanzausschuss alle Fraktionen der Finanzierung zu. Die Beratungsstelle war vor drei Jahren mit Geld aus der Aktion Mensch bedacht worden. Die Anschubfinanzierung läuft aber im April aus.

Arbeit wird ausgeweitet

„Wir sind glücklich, dass wir unsere Arbeit weitermachen können“, sagt Ellen Gräff, Leiterin des Psychosozialen Zentrums. Die drei multikulturellen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben seit 2016 172 Menschen beraten. Aktuell werden noch 100 Personen betreut, durchschnittlich zwei Neuanfragen pro Woche gibt es, die auf eine Warteliste gesetzt werden. Es geht um die Aufarbeitung traumatischer Fluchterlebnisse.

Auf Wunsch der Stadt wird das Psychosoziale Zentrum mit der städtischen Förderung auch die Arbeit auf die jugendlichen Flüchtlinge, die vom Jugendverbund Antoniusheim betreut werden, ausweiten. Ein Kooperationsvertrag sieht vor, die psychosoziale Beratung bereits nach dem 17. Geburtstag der Jugendlichen aufzunehmen, um einen gleitenden Übergang zu schaffen. Mit der Volljährigkeit stehen die ehemals als unbegleitete Minderjährige nach Deutschland eingereisten Menschen ohne Ansprechpartner da.

Andere Projekte wie psychosoziale Angebote für junge Erwachsene oder eine Abendsprechstunde für berufstätige Menschen sollen von Spenden bezahlt werden.

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