Wiesbaden

Mit den Bauern in Wiesbaden sprechen

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Bürgermeister Oliver Franz lädt Landwirte zum Branchengespräch ein. Ziel ist es, gemeinsam die Rahmenbedingungen vor Ort zu verbessern.

Bürgermeister Oliver Franz (CDU) möchte mit den Wiesbadener Landwirten Kontakt aufnehmen und sie beruflich unterstützen. Wie das erfolgen soll, soll der Inhalt eines Branchengesprächs werden, für das Franz bald einladen möchte. „Auf die EU- und Bundesagrarpolitik hat die Stadtverwaltung nur wenig Einfluss. Aber wir können mit den Landwirten gemeinsam überlegen, wie wir hier vor Ort die Rahmenbedingungen verbessern können“, so der Bürgermeister.

In Wiesbadens Gemarkung bauten 2018 nach Aussage des Statistischen Landesamtes 17 Betriebe Gemüse und Obst auf insgesamt 49 Hektar Nutzfläche an. Sie beliefern mit frischen, regionalen Produkten den Wochenmarkt, Supermärkte oder betreiben eigene kleine Hofläden. Auch Fleisch und Milch kommen von Wiesbadener Landwirten: 13 Betriebe halten insgesamt 1347 Rinder, davon vier Betriebe mit 255 Milchkühen. „Angesichts des wachsenden Bewusstseins in der Bevölkerung für Regionalität, kurze Lieferwege, Qualität bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln ist es die Aufgabe der Landeshauptstadt, die hiesigen Landwirte zu unterstützen“, so Franz, der auch Wirtschaftsdezernent ist.

Gerade im stark bebauten und bodenversiegelten Ballungsraum Rhein-Main sei es wichtig, landwirtschaftlich genutzte Grünflächen zu erhalten und produzierenden Betrieben ihr Überleben zu sichern. „Damit betreiben wir auch Daseinsvorsorge für unsere Stadtbevölkerung, nicht nur in Hinblick auf Nahrungsmittel, sondern auch in Hinblick auf Klimaschutz“, sagt Franz.

Die Stimmung unter den Bauern gegenüber der Agrarpolitik sei indes schlecht: Sie beschweren sich über immer strengere Richtlinien der europäischen Union und der Bundesregierung zu Blühstreifen, Spritzmitteln oder Tierhaltung, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Hinzu kämen nicht auskömmliche Milchpreise und Ernteausfälle aufgrund des Wetters. Deshalb habe es rund 1000 Landwirte am 10. Dezember 2019 nach Wiesbaden gezogen, um vor dem Landwirtschaftsministerium zu protestieren und auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Diesen Impuls möchte der Bürgermeister nun aufnehmen.

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