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Der Protest der Bürger wie hier des Bündnisses Mietenwahnsinn bleibt nicht ganz unbeachtet.

Wiesbaden

Wiesbaden: Bauen mit den besten Ideen

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Mit der Konzeptvergabe möchte Wiesbaden bezahlbaren Wohnraum schaffen. Der Höchstpreis zählt nicht mehr.

Die Klagen über den Mangel an bezahlbaren Wohnungen ertönen in jeder Großstadt. Wiesbaden hat sich selbst nun den Weg frei gemacht, um nicht mehr zwangsweise dem Bieter mit dem höchsten Angebot seine Grundstücke verkaufen zu müssen. Damit möchte die Stadt einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten und eine Identifikation mit den Quartieren erzielen.

Mit dem Wiesbadener Konzeptverfahren nimmt die Stadt mehr Einfluss auf die Bauprojekte und möchte einen „Wettbewerb der Ideen“ auslösen. Den Zuschlag für das Bauland erhält nun nicht mehr der Bieter mit dem dicksten Portemonnaie, sondern der mit dem besten städtebaulichen, ökologischen oder sozialen Konzept. Auch innovative Pläne zu Mobilität oder Energie sind gern gesehen. Das Gesamtpaket für die jeweilige Liegenschaft wird nach festen Kriterien bewertet, etwa dem Nutzen für das gesamte Quartier und preisgedämpftem Wohnungsbau.

Innovationsgehalt im Städtebau: Mobilitätskonzept , ökologische Standards und die Qualität der Architektur zählen.

Nutzen für die Stadtgesellschaft: Lebendige Nachbarschaften, die Öffnung zum Quartier, Gemeinschaftsräume und Sharing-Angebote.

Mix aus geförderten und frei finanzierten Wohnungen, innovative Wohnformen und Integrationsprojekte. mre

Die Vergabe erfolgt in der Regel zum Festpreis nach dem Verkehrswert. In selteneren Fällen kann auch nach dem Höchstpreis oder in Erbpacht vergeben werden. Ziel ist es, neben gewerblichen Gebietsentwicklern auch Baugenossenschaften und Wohngemeinschaften eine Chance zu geben, teilt Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler (CDU) mit. Insbesondere soll mittelständisches Kapital mobilisiert werden und Menschen mit kleinerem Gehalt sollen sich Eigentum zulegen können. Bürger, die nur schwer auf dem Wohnungsmarkt eine erschwingliche Bleibe finden, sollen die Gewinner sein.

Wie viel Geld der Stadt durch die günstigeren Verkäufe entgeht, hat sie nicht ermittelt. Den Verlusten sei auch ein schwer zu fassender Gewinn entgegenzustellen. Die Konzeptvergabe könnte zu Wertsteigerungen in der Nachbarschaft führen, sagt Sven Kötschau aus dem Bau- und Planungsreferat. Vorteile für die Kaufinteressenten seien eine objektive Bewertung und Planungssicherheit. Eine zentrale Anlaufstelle ist für das gesamte Verfahren verantwortlich.

Den Anfang wird das Baugebiet Bierstadt-Nord machen, in dem von 2021 an Häuser hochgezogen werden könnten. Anschließend könnte es mit den Quartieren Breckenheim-Mitte und der Ernst von Harnack-Straße in Klarenthal weitergehen. Perspektivisch könnte die Konzeptvergabe in der Kastel Housing Area, im Kostheimer Stadtquartier am Bürgerhaus, angewandt werden.

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