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Auch E-Mobilität: An der guten, alten Carrera-Bahn hat offensichtlich nicht nur der Nachwuchs seinen Spaß.  

Wiesbaden

Babyphone für die Oma in Wiesbaden

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Die parallel laufenden Fachmessen „e-Mobilität“ und „ReWoBau“ locken in Wiesbaden viel Publikum an.

Nichtsahnend nähert sich der interessierte Besucher dem Gelände der „e-Mobilität Messe“, da kommt ihm plötzlich ein smarter weinroter Kleinwagen entgegengeschossen. Vollbremsung nach knapp 30 Metern, Glück gehabt. Der Fahrer steigt lässig aus, bekommt ein glasklares Zielfoto. „Ich bin geblitzt worden“, sagt Jaime lachend. Der 29-Jährige hat sich der „Reaktions-Challenge“ auf dem Platz vor den Messehallen gestellt. Hier wird im besten Fall demonstriert, dass man auch mit einem smarten Kleinwagen rasant beschleunigen kann, von Null auf 60 km/h in 4,8 Sekunden mit einem 55kw-Elektromotor unter dem Hintern. Jaime hat auf der kurzen Teststrecke 30,257 km/h erreicht.

Mitmachen, Probefahren, zumindest im kleinen Rahmen sinnliches Erleben von e-Mobilität, ein wichtiger Aspekt bei der zweiten Auflage der Informations- und Verkaufsmesse. In Halle Süd präsentiert sich die e-Mobilität der Zukunft. E-Bikes vor allem, für alle Lebenslagen. Um etwa „rau, schnell und ungezähmt“ auf dem nur 13,5 Kilogramm schweren Leichtmodell „Curt“ von „Ampler Bikes“ durch die City zu fegen. Oder mit dem kompletten Einkauf fürs Wochenende und dem Kind im Gepäck unterwegs zu sein. Das bietet das Lastenfahrrad „Urban Arrow“ für 5390 Euro. Aus Berlin und Bielefeld sind Aussteller gekommen, die Premiere im vergangenen Jahr hat sich herumgesprochen in der boomenden Szene. Bis zu 1000 Euro Förderprämie annonciert die Stadt Wiesbaden beim Kauf eines Lastenfahrrades dieser Preisklasse.

Vier Schritte zum individuellen E-Bike

Martin Degen offeriert vier Schritte zum individuellen E-Bike. Das Unternehmen HNF Nicolai mit Firmensitz bei Berlin und Werkstatt in der Nähe von Leipzig kommt mit seinen Modellen zur Beratung und zum Probefahren an den Wunschort, danach wird individuell angepasst, Stufe 4 lautet „Glücklich eBike fahren“. Alles ohne Aufpreis, durch den Direktvertrieb wird der Zwischenhändler eingespart, „dafür gibt’s mehr Service“, sagt Martin Degen.

Die Grenzen des Rhein-Main-Gebiets hat die parallel laufende „ReWoBau“ längst gesprengt. Einst als eine der ersten Baumessen gegründet, hat sie sich im 24. Jahr zur größten branchenreinen Messe in Hessen entwickelt, zu der Aussteller aus dem gesamten Bundesgebiet kommen. Es scheint, als hätten sich zwei Partner gefunden, die gut harmonieren. Es gibt viele Schnittpunkte. Die Themen Energiewende und Energiesparen kommen zwar im Namen „ReWoBau“ (Renovieren, Wohnen Bauen) noch nicht vor, bestimmen aber an fast jedem Stand die Fachgespräche.

Alles für die Energiewende

Der improvisierte Vortragsraum im Hauptfoyer ist meist voll, das interessierte Publikum ist beim Kenntnisstand in Sachen Haus- und Energietechnik, E-Kraftwerk und Ladestation im Haus weit fortgeschritten. „Alles für die Energiewende im eigenen Haus“ verspricht der Energieversorger Süwag an Stand Nr. 620, der Nachwuchs kann derweil an der guten alten Carrera-Bahn spielen.

Am Nachbarstand soll der Energiekunde der Zukunft die Philosophie inhalieren, nicht nur Verbraucher, sondern auch Erzeuger zu sein. Ein Informations-Eldorado für Tüftler und Bastler, Handwerker und Heimwerker. Energieeffizientes Sanieren vom Dach bis zum nassen Keller, ein Thema für Hausbesitzer, bei dem es auch um viel Geld geht. Verkaufsprofis und Händler im weißen Hemd mit Schlips und Kragen bestimmen das Bild, Kredite werden nebenan angeboten. Nur beim Dachdecker Hübel aus Bad Schwalbach, einem Familienbetrieb seit 1841 in sechster Generation, fliegen die Fetzen, also die Schiefersplitter bei der Demonstration mit dem spitzen Dachdeckerhammer auf knappem Raum am Rand der kleinen Ausstellungsfläche.

Ein weiterentwickeltes Babyphone bietet der „Eswe Familien Assist“. Ein intelligentes Hausnotrufsystem, das die Familie verbindet, wenn Eltern im fortgeschrittenen Alter alleine und weit weg leben. Mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen für das System aus den Komponenten Basisstation, Bewegungssensor und Haustürkontakt. Dazu noch die Assistenz-App und Angehörige können jederzeit sehen, ob es der Oma gut geht.

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