Wiesbaden

Die Armut der Kinder in Wiesbaden

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Ein Bündnis verschiedener Organisationen und Institutionen der Stadt möchte mit einer Vortragsreihe sensibilisieren. Am Donnerstag beginnt sie.

Kinder und Jugendliche, die in Armut aufwachsen, gibt es auch in einer reichen Stadt wie Wiesbaden. Wie die neuste Sozialraumanalyse ergab, lebt jedes fünfte Kind in der Landeshauptstadt in Armut. Im inneren Westend sind sogar die Hälfte der Kinder arm. „Die Kinderarmut ist dramatisch auch vor dem Hintergrund, dass Wiesbaden die hessische Großstadt mit dem größten verfügbaren Einkommen ist“, sagt Nicole Nestler von der Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung im evangelischen Dekanat.

Einige Institutionen möchten den Missstand nicht hinnehmen. Das Evangelische Dekanat Wiesbaden, die Katholische Erwachsenenbildung Wiesbaden Untertaunus und Rheingau, der Deutsche Gewerkschaftsbund Wiesbaden-Taunus, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Wiesbaden-Rheingau, die AWO Wiesbaden, Attac Wiesbaden und die Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstalten eine gemeinsame Vortragsreihe unter dem Titel „Kinder- und Jugendarmut in einer reichen Stadt“.

„Wir möchten sensibilisieren“, erklärt Nestler. Vielen Menschen sei nicht klar, wie sehr Kinder unter Entbehrungen und Benachteiligungen leiden, aber auch unter Ausgrenzung und dem Ausschluss von Aktivitäten. Die Initiatoren erhofften sich einen „Gesamtauftrieb in der Stadt“ und dass sich möglichst viele Beschäftigte im Erziehungssektor der Initiative anschließen.

Professor Michael Klundt hält am Donnerstag, 30. Januar, 19 Uhr, im Haus an der Marktkirche am Schlossplatz 4 den Vortrag „Gestohlenes Leben. Kinderarmut in Deutschland“. Der Experte für Kinderpolitik an der Hochschule Magdeburg-Stendal zeigt Strukturen und Erscheinungsformen von Kinderarmut auf und berichtet von den psychosozialen und gesellschaftlichen Folgen.

Beate Hock und Rabea Krätschmer-Hahn vom Amt für Soziale Arbeit halten am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr im Roncalli Haus, Friedrichstraße, den Vortrag „Kinderarmut in Wiesbaden“.

Valentin Persau vom Awo- Bundesverband spricht am Donnerstag, 2. April, 19 Uhr im Georg Buch Haus, Wellritzstraße, über „Der Armut entwachsen – Lebenslagen und Lebenschancen.“

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