+
Flashmob für Bewegungslustige mit und ohne Tanzerfahrung.

Wiesbaden

Wiesbaden tanzt und alle tanzen mit

  • schließen

Flamenco-Paare, Stepper und Flashmobs queren. Am Wochenende wurde Wiesbaden zur Landestanzstadt.

Swingt hier wirklich die ganze Innenstadt? Im leicht federnden Schritt in der Spätsommerwärme unter blauem Himmel mit Klängen von Saxophon und Klarinette als Untermalung am Straßenrand. „Die gehören doch gar nicht dazu“, korrigiert eine junge Frau den Mann an ihrer Seite. Aber sie passen dazu, die Straßenmusiker zwischen den „Tanzstellen“ in der Fußgängerzone mit Zentrum am Mauritiusplatz. Wenn „Wiesbaden tanzt“, sind alle eingeladen, sich vor den improvisierten Bühnen oder gleich durch die ganze Stadt zu drehen und zu walzern, zu steppen und zu breakdancen.

Der Kulturdezernent weiß es: „Tanzen hat nicht nur eine positive Wirkung auf die Psyche, sondern soll sogar Krankheiten wie Demenz und Parkinson vorbeugen“, schreibt Axel Imholz im Grußwort zur 16. Auflage von „Wiesbaden tanzt“. Im eng bedruckten und bebilderten Programmheft braucht es 69 Seiten, um all die Workshops und Tanzforen, Clubnächte und Tanzcafés, Aufführungen und Mitmach-Veranstaltungen aufzuzählen, die Wiesbaden an zwei Tagen in 37 Locations als Landestanzstadt in Schwung halten sollen. Organisiert von Tanzschulen und Studios, Ateliers und anderen Einrichtungen, denen das Festival eine öffentliche Plattform bietet.

Im fliegenden Wechsel präsentieren sich an der „Tanzstelle Langgasse“ kleine Mädchen der Hip-Hop-Gruppe von Jessi aus der Tanzschule Hohmann in Nordenstadt in weißen T-Shirts mit karierten um die Hüfte geschlungenen Hemden. Ihre Bühne ist die Straße, sie tanzen in Turnschuhen am kleinen künstlichen Wasserlauf, das Publikum ist begeistert. Es folgt Salsa im Kreis mit Partnerwechsel, danach orientalisch sinnlicher Bauchtanz für Frauen in bunten Gewändern. „Bei uns findet jeder den passenden Tanzkurs“, wirbt der Ansager am Mikro.

Flashmob für Bewegungslustige

Flamenco natürlich unterm spanischen Himmel. Colombianas mit Fächer und der Paartanz Sevillanas, die Tanzplattform vor dem Brunnen auf dem Mauritiusplatz passt um die Mittagsstunde perfekt, um Sonnenlicht auf die bunten Tänzerinnen und Tänzer zu werfen. „Bei uns geht es bunt und verrückt zu“ lautet hier das Motto der Moderatorin. Cowgirls in Jeans und geknoteten Shirts mit kess bunten Tüchern im Haar tanzen hier, wenig später tauchen sie als sexy Zimmermädchen in Netzstrümpfen wieder auf und tanzen den „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show. Da staunen die Flamenco-Mädchen im Hintergrund, der Ring der Zuschauer wird gleichzeitig weiter und dichter. Vor so viel Publikum hat wohl noch keiner der Akteure bisher getanzt.

Aber „Wiesbaden tanzt“ verlangt mehr. Schließlich sollen hier auch Jedermänner und -Frauen zum Tanzen animiert werden. Das gelingt beim Internationalen Flashmob „Jazz Tap & Irish Dancing“ mit Ausgangspunkt im Untergeschoss des Luisenforums. Mit einer Mischung aus amerikanischem Stepptanz und irischem Tanz zieht der Mob am frühen Nachmittag los, um die Fußgängerzone ein bisschen aufzumischen.

Angeführt von der Fiddle & Feet School of Dancing steppt das Tanzvolk eine Stunde lang durch die Wiesbadener City bis zum Mauritiusplatz. Dort gehört den Steppern als Starter die „Offene Bühne“, die in den nächsten drei Stunden noch 29 weitere Tanzgruppen präsentieren wird. Mittanzen am Rand erwünscht. Und wenn es ein bisschen langsamer ist, wie bei der „Gehmeditation“, die gleichzeitig mit dem Flashmob an der Marktkirche startet, ist das auch in Ordnung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare