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Wiesbaden

Wiesbaden: Nerven der Pendler liegen blank

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Der Verkehr wird sich erst nach der Sprengung der Salzbachtalbrücke entspannen

Der sogenannte Bypass an der havarierten Salzbachtalbrücke vorbei erleichtert die Anfahrt in die Wiesbadener Innenstadt enorm. Zumindest für die Menschen, die die Landeshauptstadt aus Darmstädter Richtung ansteuern. Man ignoriert einfach die Empfehlung, die Umleitung über Erbenheim zu nehmen und bleibt auf der Autobahn 671, die dort in die Bundesstraße 263 übergeht. In Sichtnähe zur Salzbachtalbrücke wird man quer über die A66 geleitet und landet auf der anderen Seite der Brücke auf der Mainzer Straße. Klappt meistens reibungslos. Gestern gegen 16 Uhr standen die Autos allerdings im Stau.

Die Landeshauptstadt hat kurz nach der Sperrung der Salzbachtalbrücke mit der Autobahngesellschaft des Bundes und dem Verkehrsmanagement Hessen Mobil die Umleitung bauen lassen. Der Bypass soll es Pendlern und vor allem den Linienbussen ermöglichen, die Stadt schneller als über den Umweg über Erbenheim zu erreichen. Normalerweise würde der Verkehr auf der B263 unter der Brücke verlaufen. Seit Juni ist die Salzbachtalbrücke einsturzgefährdet. Die A66 über die Brücke, die B263 unter der Brücke sowie fast der gesamte Bahnverkehr, der ebenfalls unter der Brücke zum Wiesbadener Hauptbahnhof führt, wurde für den Verkehr gesperrt. Dass der Weg zur Arbeit seitdem für viele eine Zumutung bedeutet, zeigt die Kommunikation auf Facebook. „Es nervt“, stöhnen da manche. Es wird mächtig geschimpft – über den Verkehr in den Wohngebieten und über die Bahn.

Die 80 000 Fahrzeuge, die früher täglich über die Salzbachtalbrücke fuhren, suchen sich nun einen Weg durch die Stadt. Zwar wurden Ampelschaltungen an den zentralen Knotenpunkten angepasst, zur Verbesserung des Verkehrsflusses Rechtsabbiegespuren anstatt Linksabbiegespuren geschaffen, Busspuren zur Beschleunigung des Linienverkehrs und wie am Theodor-Heuss-Ring eine dritte Fahrspur eingerichtet, doch Wunder bewirken kann das nicht.

„Ich neige nicht zu Dramatik, aber die Brückensperrung ist ein verkehrstechnischer Alptraum“, sagte gestern Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Das innerstädtische Straßennetz sei nicht für die hohe Belastung ausgelegt. Insbesondere für die Fahrzeuge aus dem Rheingau ist die Fahrt etwa nach Frankfurt eine Herausforderung, wenn sie nicht die Umfahrung über den Mainzer Autobahnring nehmen. Dann müssen sie die Landeshauptstadt queren.

Nach den ersten chaotischen Tagen nach der Brückensperrung, als die Linienbusse fast nur im Schritttempo durch die Stadt zuckelten, sind die Busse wieder pünktlicher unterwegs, teilt Eswe-Sprecher Christian Giesen mit. Allerdings führe der enorm angewachsene Verkehr noch zu Verspätungen. Neben den Bussen, die im Auftrag der Deutschen Bahn als Schienenersatzverkehr zwischen Hauptbahnhof und den Bahnhöfen Wiesbaden-Ost und Mainz-Kastel pendeln, bietet Eswe eine Expressbuslinie 928 vom Hauptbahnhof nach Mainz-Kastel an, die laut Giesen gut angenommen wird. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund setzt auf der Expressbuslinie X26 nach Hofheim zusätzliche Busse ein, weil die Nachfrage gestiegen sei.

Eine leichte Entspannung ist zu erwarten, wenn nach der Brückensprengung wenigstens die B263 wieder genutzt und der Hauptbahnhof mit Zügen angefahren werden kann. Richtig bessern werde sich die Situation aber erst, wenn auch die Salzbachtalbrücke neu gebaut sein wird und die Fahrzeuge aus dem Rheingau wieder auf der A66 fahren. Mende bat alle Beteiligten daher inständig, den Neubau so rasch wie möglich fertigzustellen.

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