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Reine Elektro-Busse fahren schon. Aber die, die mit Wasserstoff fahren sollen, lassen auf sich warten.
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Reine Elektro-Busse fahren schon. Aber die, die mit Wasserstoff fahren sollen, lassen auf sich warten.

Wiesbaden

Wiesbaden muss noch auf weitere Elektro-Busse warten

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Die Wirtschaft kann keine 140 Wasserstoff-Busse bis 2023 liefern. Die Ausschreibung wird deshalb abgesagt.

Die Landeshauptstadt hat ihr ambitioniertes Ziel, bis 2022 als erste Kommune in Deutschland einen emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr einzurichten, vor geraumer Zeit auf 2023 verschoben. Jetzt rückt es um mindestens weitere zwei Jahre in die Zukunft, vielleicht noch weiter. Die Industrie sei noch nicht in der Lage, die elektrischen Wasserstoff-Gelenkbusse in der geforderten Zeit und Stückzahl zu produzieren, berichteten Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) und der Geschäftsführer des Verkehrsdienstleisters Eswe, Jörg Gerhard, im Mobilitätsausschuss. Es gebe sogar grundsätzliche Zweifel an der mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellentechnologie.

Auf die Ausschreibung habe sich lediglich ein Bieter gemeldet, der die Lieferung von 60 Prozent der 140 verlangten Busse erst für 2024 anstatt wie erbeten für 2023 zusagen konnte, sagte Gerhard. Da dies nicht den umfangreichen Förderrichtlinien des Bundesumweltministeriums entspreche, sei die Ausschreibung abgebrochen worden. Aktuell fahren bereits einige Dutzend Elektro-Busse in der Stadt. Bis Anfang kommenden Jahres sollen 120 Elektro-Solobusse im Einsatz sein. Für die Gelenkbusse hatte der Verkehrsdienstleister Eswe jedoch auf eine andere Technik gesetzt.

Eswe war davon ausgegangen, dass auf den längeren Strecken Range-Extender-Gelenkbusse, die mit Wasserstoff betankt werden, fahren könnten, weil man sich von ihnen eine längere Reichweite versprach. „Genau an diesem Punkt ist die Ausschreibung gescheitert, die Reichweite ist nicht viel höher als bei den reinen Elektrobussen“, sagt Kowol der FR auf Anfrage. „Jetzt müssen wir fragen, ob wir das richtige technische Konzept haben.“

Allerdings gibt es auch weitere offene Fragen. Einer Untersuchung eines externen Ingenieurbüros zufolge, das von Eswe mit der Bewertung seiner Arbeit beauftragt worden war, kommt zu dem Ergebnis, dass die Infrastruktur für die innovative Technologie nicht ausreiche. Die Wasserstoffversorgung könne aktuell nicht sichergestellt werden. Obwohl es Gespräche mit einem privatrechtlichen Konsortium eines geplanten Müllheizkraftwerks über eine angegliederte Wasserstoffproduktion gebe, empfiehlt das Büro eine zweite Tankstelle auf dem Eswe-Gelände. Auch bei der Stromversorgung hapere es. Um das geplante Umspannwerk bis 2025 zu errichten, sollten in den nächsten Wochen Grundsatzentscheidungen getroffen werden.

„Eswe hätte bei einer Gesamtinvestitionssumme von 176 Millionen Euro für Busse und Infrastruktur diese Fragen längst klären müssen“, sagt Kowol. Bis zu den Haushaltsberatungen im September müsse nun ein Konzept über die geeignete Technik und Infrastruktur vorgelegt werden. Am emissionsfreien ÖPNV möchte er festhalten.

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