1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Wiesbaden: Mehr Überholstellen für die Ländchesbahn gefordert

Erstellt:

Von: Madeleine Reckmann

Kommentare

Die Ländchesbahn könnte öfter fahren.
Die Ländchesbahn könnte öfter fahren. © Michael Schick

Vereine sehen Chance auf Viertelstundentakt verspielt, wenn nicht zweite Gleise gelegt werden. Für die Bahn steht anderes im Vordergrund.

Dass die Eisenbahnstrecke der Ländchesbahn im Bereich Erbenheim irgendwann einmal zweigleisig wird, will die Deutsche Bahn nicht für alle Zeit ausschließen. Aktuell stehe der zweigleisige Ausbau jedoch nicht an, teilt die DB auf Anfrage mit. Im Gegensatz zu anderen Bahnen in der Region sei sie im Regionalen Nahverkehrsplan des Rhein-Main-Verkehrsverbundes nicht als auszubauende Strecke genannt, folglich wolle sie auch niemand finanzieren.

Dass die Strecke zwischen Wiesbaden und Niedernhausen punktuell zweigleisig wird, ist für die Vereine Wiesbaden neu bewegen, Verkehrsclub Deutschland und Pro Bahn & Bus Hessen aber die Bedingung für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Region. Nur mit mehr zweigleisigen Überhol- und Begegnungsstellen sei es möglich, die Ländchesbahn künftig im Viertelstundentakt fahren zu lassen, mahnen die Vereine in einer Mitteilung. Dem Haltepunkt Erbenheim komme dabei eine besondere Bedeutung zu. Dort könnten etwa die Mitarbeiter:innen des Bundeskriminalamts (BKA) ein- und aussteigen, wenn das BKA auf dem Ostfeld gebaut werden sollte. Weder das Verkehrsdezernat der Landeshauptstadt noch Eswe Verkehr „scheinen den ausreichenden Weitblick zu haben“, stellt Wito Harmuth von Wiesbaden neu bewegen fest.

Der zukünftige Ausbau der Ländchesbahn dürfe nicht durch kurzsichtig geplante Investitionen blockiert und künstlich verteuert werden, fordert er. Der Haltepunkt Erbenheim werde gerade neu gebaut, und zwar eingleisig. Zudem plane DB Netz nur eine eingleisige Eisenbahnüberführung über die Berliner Straße, obwohl es in der Nähe eine zweite Brücke gebe.

Für die DB haben die Ausbauoptionen „eher längerfristigen Charakter“. Aktuell stehe an, sämtliche Bahnsteiganlagen auf eine Höhe von 76 Zentimeter zu bringen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund möchte ab Dezember 2022 entsprechend geänderte Fahrzeuge fahren lassen.

Die neuen Initiativen für den Ausbau der Ländchesbahn seien der DB wohlbekannt, schreibt eine Sprecherin. Aber es lägen keine Planungen dazu vor. Was und wo ausgebaut werden solle, müsse erst mit allen Beteiligten geprüft und die Finanzierung geklärt werden. Gleichwohl habe die Bahn den Bahnsteigneubau in Erbenheim mit einer zweigleisigen Trassenführung bis vor die Station Erbenheim als technisch machbar eingestuft.

Auch interessant

Kommentare