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Wiesbaden: Kritik an Förderung privater Kita

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Von: Madeleine Reckmann

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Die Linke kritisiert einen Beschluss der Stadtverordneten und lehnt die Bezuschussung privater Kitas ab. Der Sozialdezernent hält den Widerspruch für überzogen.

Die Obermayr Krippe & Kindergartengesellschaft soll auch für den Betrieb der Kindertagsstätte Stauferland in der Hohenstaufenstraße eine städtische Förderung erhalten. Die Stadtverordneten haben beschlossen, dass für diese Kita 360 000 Euro im Jahr an die Gesellschaft fließen sollen. Zusätzlich erhält Obermayr 150 000 Euro für das Kita-Ausbauprogramm.

Alle Fraktionen stimmten für die städtische Vorlage - mit Ausnahme der Linken. „Mit uns gibt es keine Zuschüsse für eine private Kita“, begründete Linken-Fraktionschef Ingo von Seemen den Widerspruch. Es werde kein einziger Betreuungsplatz zusätzlich geschaffen, die Kita bestehe ja schon. Einrichtungen wie die Obermayr-Kita festigten die soziale Spaltung. Während ein Platz in einer städtischen Kita 1788 Euro im Jahr koste, zahlten Eltern bei Obermayr über 5000 Euro.

Zusätzlicher Kita-Bedarf

Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) hält die Kritik für überzogen. Die Kita werde jetzt in die Förderung aufgenommen, weil in Wiesbaden Südost aufgrund der Neubauten ein zusätzlicher Bedarf entstanden sei, sagte er. Die anderen Obermayr-Kitas erhielten die Förderung schon lange. Die Stadt fördere Kitas nur dort, wo welche gebraucht würden. Aus städtischer Sicht ist laut Manjura die Förderung einer privaten Kita billiger als der Betrieb einer städtischen Kita. Selbst kirchliche Kitas und freie Träger würden auf der Basis von Leistungsverträgen mehr Geld als private erhalten.

Gerhard Obermayr, Sachwalter der sieben Obermayr-Kitas in Wiesbaden und seit der Kommunalwahl Stadtverordnetenvorsteher, erklärte der FR, dass die Kita Stauferland ein Defizit erwirtschafte, weshalb sie ohne städtischen Zuschuss geschlossen werden müsste. Mit dem Zuschuss würden die Elternbeiträge um einige Hundert Euro sinken. Zudem strebe er an, dass Eltern genauso viel wie in städtischen Kitas zahlen müssten. Dafür sollte jedoch die Förderung der privaten Einrichtungen der der Kirchen und freien Träger angeglichen werden. Gespräche mit der Stadt liefen bereits.

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