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Die Videos nehmen Simon Engelberger und Elena Bertram in der heimischen Küche auf.
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Die Videos nehmen Simon Engelberger und Elena Bertram in der heimischen Küche auf.

Wiesbaden

Kochkanal für Preis nominiert

  • vonDiana Unkart
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Elena Bertram und Simon Engelberger zeigen wie klassische Hausmannskost modern zubereitet werden kann. Nun könnten sie dafür ausgezeichnet werden.

Pfälzer Küche: „Da denkt man an volle Teller und viel Fleisch“, sagt Elena Bertram. An so etwas wie den Pfälzer Saumagen. Dieses Gericht, bekanntgeworden als Leibspeise des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, wollen sich Simon Engelberger und Elena Bertram demnächst vornehmen. Die beiden betreiben den Youtube-Kochkanal chefsstuff.de, auf dem sie zeigen, wie sich Hausmannskost – vor allem pfälzische – modern interpretieren lässt. Mit ihrem Kanal sind sie jetzt für den Youlius-Award nominiert.

Vor fünf Jahren ist das Paar aus der Pfalz nach Wiesbaden gezogen. Einmal in der Woche gehen bei ihnen in der heimischen Wohnung die Scheinwerfer an. Wenn sie ein Video produzieren, wird die offene Küche zum Studio. Vor der Kamera steht meist Koch und Küchenmeister Simon Engelberger, dahinter Elena Bertram, hauptberuflich Mediengestalterin. Beide kochen gern, beide mögen Fotografie und Videografie.

Die Idee, Videos zu drehen, entstand, weil Simon Engelberger des Öfteren von seinen und anderen Auszubildenden nach Tipps und Tricks gefragt wurde. Wie wird Fisch filetiert, wie ein Messer richtig geschliffen? „Wir haben dann ziemlich schnell gemerkt, dass die Leute mehr Rezepte wollen“, erzählt Simon Engelberger. Inzwischen haben mehr als 2600 Menschen den Kanal abonniert.

Der Preis

Der Youlius-Award wird vom gemeinnützigen Verein zur Förderung der Webvideokultur ausgerichtet. Mit dem Preis werden Videokünstlerinnen und -künstler geehrt, die noch keine große Reichweite, aber großes Potenzial haben, die hochwertig produzieren und ihrem Hobby viel Zeit und Energie widmen. Gefördert wird der Preis von der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Ausstattung und die Arbeit der beiden ist seit ihren ersten Youtube-Versuchen in 2019 professioneller geworden. Gerade erst wurde ein neuer Rechner angeschafft. Der Videokanal hat ein neues Design bekommen. Grün ist die dominierende Farbe, die vor allem für Frische stehen soll.

„Anfangs“, sagt Elena Bertram, „haben wir nicht auf Zahlen geschaut oder auf das, was andere Foodtuber machen.“ Foodtuber sind Leute, die sich auf Youtube den Themen Lebensmittel, Speisen, Kochen oder Backen widmen. Inzwischen wissen die beiden ziemlich genau, was sich ihr Publikum wünscht: Videos, die nicht zu lang und vor allem nicht langweilig sind. „Acht bis zehn Minuten, und es muss immer Action sein.“ Sie setzt deshalb auf moderne, schnelle Schnittfolgen. Was auf Youtube so locker daherkommt, erfordert einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Für den Dreh und das Bearbeiten fallen mindestens vier bis fünf Stunden an. Vorher müssen die Zutaten eingekauft, muss die Küche hergerichtet werden.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer mögen Klassiker. Das Rezept für Pfälzer Kartoffelsalat und Kohlroulade zum Beispiel werde gut geklickt, sagen Engelberger und Bertram. Auch Rezepte für schnelle Gerichte, Videos zu Warenkunde, mit Küchentricks und Tipps zum Anrichten und für Garnituren kämen an. „Die Leute sind dankbar fürs Erklären“, weiß Simon Engelberger. Ein Video, in dem er die Garstufen für Fleisch beschreibt, ist mehr als 20 000 Mal aufgerufen worden. Aber nicht jedes Video wird veröffentlicht. Voraussetzung ist, dass das Gericht beiden schmeckt. Ein Rezept für ein veganes Eis zum Beispiel ist nie erschienen.

Das Ziel für das Jahr 2020 – 2500 Abonnentinnen und Abonnenten – hat das Paar erreicht. Im neuen Jahr, so es die Corona-Pandemie zulässt, streben die beiden weitere Kooperationen an, „vielleicht mit Winzern aus der Pfalz“, sagt Simon Engelberger. Das böte sich an.

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