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Städte heizen sich mehr auf. Steigt die Zahl heißer Tage, leidet mitunter die Lebensqualität.
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Städte heizen sich mehr auf. Steigt die Zahl heißer Tage, leidet mitunter die Lebensqualität.

Wiesbaden

Wiesbaden klimafest entwickeln

  • VonDiana Unkart
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Eine Studie des städtisches Amtes für Statistik und Stadtforschung prognostiziert mehr Wetterextreme und fordert Anpassungsstrategien.

In Wiesbaden wird es in den kommenden Jahren und Jahrzehnten mehr heiße Sommertage und häufigere Trockenphasen geben. Gleichzeitig werden die Winter milder. Das geht aus der jüngsten Analyse des Amtes für Statistik und Stadtforschung hervor, die sich dem Klima und Wetter widmet.

Das Bündnis Stadtklima warnt davor, dass „Wiesbaden und die Rheinschiene zu einem klimatischen Hotspot“ werden. Das städtische Amt fordert in seiner Publikation mit eindringlichen Worten, die Stadt müsse so entwickelt werden, dass sie an die Folgen des Klimawandels angepasst sei.

Dass sich etwas verändert, ist inzwischen spür- und sichtbar. Nach drei Hitzesommern in Folge zwischen 2018 und 2020 sind einst grüne Wälder dürr und braun oder längst abgeholzt. Die Forscher:innen untermauern diese Entwicklung mit Zahlen.

Stadtklima

Urbane Räume sind zeichnen sich durch eine Überwärmung im Vergleich zum Freiland aus.

Durch die Bebauung wird mehr Wärme gespeichert. Die hohe Absorptionsfähigkeit der städtischen Flächen
wird durch die zahlreichen Reflexionsmöglichkeiten noch verstärkt.

Auch in der Nacht wird die Wärme nur langsam abgegeben.

Die kühlende Verdunstung ist reduziert.

In Städten nimmt die mittlere Windgeschwindigkeit ab, die Böigkeit zu.

So sei die mittlere Lufttemperatur in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Während das langjährige Temperaturmittel von 1961 bis 1990 bei 9,8 Grad Celsius lag, betrug es für die Jahre 1991 bis 2020 in Wiesbaden 11,1 Grad Celsius, lag also 1,3 Grad Celsius höher als früher. Die Anzahl von Sommertagen und heißen Tagen sei seit Beginn der 1990er Jahre sprunghaft angestiegen. Frost- und Eistage seien dagegen deutlich seltener geworden. Weder so viele Sommer- und heiße Tage noch so wenige Frost- und Eistage seien zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen beobachtet worden, heißt es im Bericht. Und die Sommerniederschläge waren im zurückliegenden Jahrzehnt am geringsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1930.

Die Klimaprojektionen des städtischen Amtes gehen davon aus, dass sich diese Entwicklungen fortsetzen – was zunehmend zu ungünstigen Bedingungen und sinkender Lebensqualität vor allem in stark verdichteten Bereichen wie der Innenstadt führe. Niederschläge, deren ungleiche Verteilung bereits heute zu beobachten sei, fielen zunehmend ungleich. Das bedeute, es werde künftig häufiger zu Starkniederschlägen kommen.

Um das Klima zu schützen und die Stadt klimafest zu machen, hat Wiesbaden 2019 den Klimanotstand ausgerufen und in den vergangenen Jahren eine Reihe von Vorhaben angestoßen. Die Forscher:innen zeigen weitere Möglichkeiten auf: das Konzept der Schwammstadt zum Beispiel. Es sieht vor, dass Niederschläge dort versickern, verdunsten oder gespeichert werden, wo sie fallen. Ebenso könnten renaturierte Bäche und Überflutungsflächen helfen, Hochwasserschäden vorzubeugen. Mehr Bäume und andere Pflanzen, begrünte Dächer und Fassaden könnten helfen, das Stadtklima, die Luft und die Lebensqualität zu verbessern.

Das Bündnis Stadtklima fordert, schnell praktische Schlüsse aus der aktuellen Studie zu ziehen. So müssten Bauprojekte wie das geplante Wohngebiet Ostfeld oder die Perspektivfläche West zwischen den Stadtteilen Dotzheim und Schierstein, die eine Versiegelung von Flächen in Kaltluftzonen bedeuteten, überdacht und neu bewertet werden.

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