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Wiesbaden: Keine US-Raketen in Mainz-Kastel

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Von: Madeleine Reckmann

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Von Wiesbaden aus starteten die Rosinenbomber während der Luftbrücke Berlin vor über 70 Jahren.
Von Wiesbaden aus starteten die Rosinenbomber während der Luftbrücke Berlin vor über 70 Jahren. © Rolf Oeser

Ministerin Lambrecht beantwortet Fragen von Oberbürgermeister Mende zur Stationierung von Langstreckenwaffen in Wiesbaden.

An den Gerüchten über die Stationierung US-amerikanischer Langstreckenraketen im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel ist wohl nichts dran. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) versicherte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) schriftlich, dass die „US-Regierung bestätigt (hat), keine Raketensysteme beim 56th Artillery Command im Ortsbezirk Mainz-Kastel der Stadt Wiesbaden zu stationieren“. Dies teilte die Stadt am Donnerstag mit. Mende hatte die Ministerin um Aufklärung gebeten, nachdem entsprechende Zeitungsartikel erschienen waren.

„Ich bin der Ministerin sehr dankbar für ihr Verständnis für die Wiesbadener Sorgen und ihren zeitnahen Kontakt mit dem amerikanischen Verteidigungsminister. Die Aussage, dass keine Raketensysteme stationiert werden sollen, dient der notwendigen Klarheit“, sagt Mende. Bundesministerin Lambrecht habe das Thema in einem ersten Gespräch mit dem US-amerikanischen Verteidigungsminister Lloyd Austin angesprochen. Dieser habe bestätigt, dass es nicht beabsichtigt sei, Raketensysteme in Wiesbaden zu stationieren. Dieses habe er auch klar gegenüber dem für Stationierungsfragen zuständigen Auswärtigen Amt formuliert, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Das Bundesverteidigungsministerium wolle nach Aussage der Ministerin in allen bündnispolitisch relevanten Fragen weiterhin im engen Austausch mit den amerikanischen Verbündeten bleiben.

Die Befürchtungen waren aufgekommen, nachdem die US-Army am 8. November 2021 das 56. Artilleriekommando mit Sitz in Kastel reaktiviert hatte. Die Linken-Stadtverordnete Brigitte Forßbohm erinnerte dieser Tage daran, dass dieses Kommando von 1986 bis 1991 als Pershing Headquarter in Europa stationiert war und nach den Abrüstungsverhandlungen zu nuklearen Mittelstreckenraketen außer Kraft gesetzt worden sei. Zudem sei im September 2021 im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim die „Second Multi Domain Task Force“ in Dienst genommen worden.

Die Zahl der in Wiesbaden stationierten Soldaten werde sich von derzeit 12 500 auf 13 000 bis 14 000 erhöhen, zitiert Forßbohm aus den Antworten des Oberbürgermeisters auf ihre Fragen. Für alle stünden Wohnmöglichkeiten in den amerikanischen Liegenschaften bereit. Austin hatte im April 2021 angekündigt, die Truppenstärke in Wiesbaden um 500 Personen zu erhöhen. Wiesbaden ist das US-Hauptquartier für Europa und Afrika.

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