Jugendbefragung

Wiesbaden für junge Menschen

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54 Vorhaben sollen das Leben Jugendlicher in Wiesbaden verbessern. Beate Hock hofft, dass möglichst viele Vorschläge realisiert werden.

Die Ergebnisse der Wiesbadener Jugendbefragung 2017 waren bisweilen ernüchternd: Ein Großteil der 14- bis 18 Jährigen zeigte sich mit den Angeboten in der Stadt unzufrieden. Vor allem an Freizeitmöglichkeiten mangele es, gaben die Befragten an. Die Statistiker lasen aus den Daten zudem ein geringes Verbundenheitsgefühl der Heranwachsenden mit ihrer Stadt. Zwei Jahre und viele Arbeitsstunden später sind aus den Wünschen der Jugendlichen von damals Handlungsempfehlungen geworden, die nun der Politik vorgelegt werden.

„Die Jugend ist eine wichtige Lebensphase und braucht Rahmenbedingungen“, sagt Beate Hock vom Amt für Soziale Arbeit. Diese Rahmenbedingungen sollen in den nächsten Jahren geschaffen werden. Als Orientierung soll das Handlungsprogramm „Jugend ermöglichen“ dienen. Planerin Beate Hock ist eine der Autorinnen des Programms.

In sieben Workshops sind wesentliche Themen, die die Jugendlichen zuvor benannt hatten, von Jugendlichen und Fachkräften gemeinsam bearbeitet worden. Die Ideen der Workshops sind danach von Mitarbeitern der Verwaltung, den Jugendlichen selbst und Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses diskutiert, bewertet, überarbeitet oder ergänzt worden.

Das Ergebnis ist eine Liste, die 54 Vorhaben enthält – nach Prioritäten A B und C geordnet. Nicht immer sind die Einschätzungen von Jugendlichen und Erwachsenen deckungsgleich. Während sich die Jugendlichen beispielsweise kostenloses WLAN in Bussen und an Haltestellen wünschen, messen die Mitarbeiter der Verwaltung und die Mitglieder des Ausschusses diesem Vorschlag nur eine mittlere Dringlichkeit bei. Das Thema Radfahren und Radwege ist für die Jugendlichen nicht so wichtig, der Verwaltung hingegen schon.

Würden alle 54 Vorhaben der Liste umgesetzt, müssten dafür pro Jahr rund fünf Millionen Euro eingeplant werden.

Beate Hock hofft, dass möglichst viele Vorschläge – zumindest aber die mit höchster und zweithöchster Priorität – realisiert werden.

In den kommenden Wochen stehen die Haushaltsanmeldungen an. Eine Lenkungsgruppe, bestehend aus Vertretern aller Ämter und Institutionen mit Bezug zu den Vorhaben, soll prüfen, welche realistisch umsetzbar sind und der Politik entsprechende Empfehlungen geben.

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