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Wiesbaden: Junge Leute fürs Handwerk begeistern

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Von: Andrea Rost

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Ausbildungsleiter Ralf Hofmann beleuchtet das Innenleben eines Autos.
Ausbildungsleiter Ralf Hofmann beleuchtet das Innenleben eines Autos. © Michael Schick

Die Handwerkskammer Wiesbaden hat wieder Ferienwerkstätten für Jugendliche eingerichtet. Schülerinnen und Schüler lernen Ausbildungsberufe kennen und können selbst mit anpacken.

Das Auto der Eltern geputzt oder einen Reifen gewechselt – das haben Jakob und Timon schon mal gemacht. Ein Fahrzeug von unten zu betrachten, das ist für die beiden Schüler aus Idstein und Wiesbaden aber neu. Deshalb verfolgen sie auch gespannt die Ausführungen von Ralf Hofmann. Mit einer Neonröhre leuchtet der KfZ-Ausbildungsmeister der Handwerkskammer Wiesbaden in die „Eingeweide“ des Autos, das auf einer Hebebühne steht. Er erklärt die Bauteile, zeigt später auf einem Laptop, wie die einzelnen Funktionen gemessen und nach Fehlern gesucht werden kann.

Die KfZ-Werkstatt des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) am Moltkering, in der unterm Jahr die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung stattfindet, ist eine der Stationen der diesjährigen Ferienwerkstatt, die die Handwerkskammer für Schülerinnen und Schüler der achten bis zehnten Klassen organisiert hat. Alle weiterführenden Schulen der Landeshauptstadt und angrenzender Landkreise habe man angeschrieben, berichtet Kammerpräsident Stefan Füll. Die Zahl von 24 Teilnehmenden sei nicht besonders groß, räumt er ein. „Aber wir freuen uns über alle, die zu uns kommen. Wir brauchen dringend Nachwuchs im Handwerk.“

Kammerbezirk

Die Handwerkskammer Wiesbaden ist zuständig für die Landeshauptstadt sowie für die Landkreise Rheingau-Taunus, Limburg-Weilburg, Lahn-Dill, Gießen, Vogelsberg, Wetterau und Main-Kinzig.

26 856 Mitgliedsbetriebe mit 124 300 Beschäftigten gehören dem Kammerbezirk Wiesbaden an. Das ist etwa ein Drittel der Handwerksbetriebe in Hessen. aro

Jakob und Timon, 14 und 13 Jahre alt, wurden von ihren Müttern bei der Ferienwerkstatt angemeldet. „Ich sollte nicht nur in der Ecke sitzen und an meinem Handy spielen“, sagt Jakob und lacht. Dass er ins BTZ gekommen ist, bereut er nicht. Kleine Wartungsarbeiten an den Fahrzeugen dürfen die Schüler unter Anleitung von Ralf Hofmann durchführen, sich im Löten versuchen. Berufswahl müssen sie momentan noch keine treffen. Dass sie nach dem Abitur eine Ausbildung im Handwerk machen, können sich aber beide vorstellen.

Vorgestellt werden in der diesjährigen Ferienwerkstatt in Wiesbaden unter anderem auch Metall- und Elektroberufe sowie Berufe der Holztechnik. „Fachkräftesicherung ist für uns im Handwerk das große Thema“, sagt Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk. In den vergangenen zwei Jahren habe man pandemiebedingt einen erheblichen Rückgang bei den Ausbildungsverträgen verzeichnet. Aktuell werde die Lage wieder besser, gibt sich Mundschenk vorsichtig optimistisch. Besonders positiv aus seiner Sicht: Die Zahl der Abiturient:innen, die sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, hat sich verdreifacht. Sie liegt aktuell bei rund 14 Prozent.

Für Interessierte gibt es am 17. September, 9 bis 15 Uhr, den Aktionstag „Handwerk live“ in BTZ am Moltkering. Angeboten wird unter anderem eine Lehrstellen- und Praktikumsbörse.

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