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Wiesbaden hält eine Woche inne

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Von: Diana Unkart

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Die Menschen in der Stadt sollen in blauen Oasen und bei vielfältigen Veranstaltungen die Gelegenheit finden, zur Ruhe zu kommen und abzuschalten.

An der Ampel Gehupe, in der Fußgängerzone scheppert es, als der Paketbote seinen Wagen über das Pflaster schiebt. Die Menschen huschen scheinbar eilig mit Tüten in der Hand und Telefonen am Ohr durch die Stadt. Inmitten dieses Trubels wird es in den kommenden Tagen ruhig. „Wiesbaden hält inne“ lautet der Titel eines stadtweiten Projektes, das nach 2016 und 2019 zum dritten Mal organisiert wird. Das Motto diesmal: „Balance finden“.

Programm

Die Woche der Stille beginnt am 27. April und dauert bis zum 4. Mai. Stadtweit sind Veranstaltungen geplant.

Zu dem Programm gehört ein Silent Train mit der Stadtbahn Thermine.

Das Museum Wiesbaden beteiligt sich unter anderem mit einer Meditation unter dem Oktogon und einem Angebot für Kinder. Mut erfordert ein Gang über das Hochseil der Wanderbühne Freudenberg beim Patiententag.

Das Programm ist zu finden auf http://wiesbadenhaeltinne.de. diu

„Seit zwei Jahren balancieren wir über pandemische Abgründe und suchen nach Halt“, schreibt das Leitungsteam um Stadtkirchenpfarrerin Annette Majeweski, Isa Salm-Boost und Andreas Friede-Majewski. Die Woche der Stille wird von der evangelischen Kirche zusammen mit der Stadt veranstaltet. Ein nicht für möglich gehaltener Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der unvorstellbares Leid bringe, versetze die Menschen zusätzlich in große Anspannung und Angst. Die Woche der Stille sei ein buntes Angebot, um dem Ziel eines ausgeglichenen Lebens zwischen Angst und Zuversicht, Aufbruch und Innehalten näherzukommen, sagt Annette Majewski. Sie hatte vor Jahren die Idee, eine solche Woche zu initiieren, weil sie bei ihrer täglichen Arbeit das Bedürfnis der Menschen gespürt habe innezuhalten, erzählt sie. „Wir fahren in den Urlaub, um abzuschalten. Aber hier geht es darum, wie man mitten im Trubel der Stadt zur Ruhe kommen kann.“

Hätte Stille eine Farbe, in Wiesbaden wäre sie blau. Blau ist der Pavillon auf dem Schlossplatz. Ein zentraler Ort des Innehaltens inmitten des hektischen Treibens. In dem hölzernen Haus gibt es kaum Interieur. Ein paar Meditationshocker, eine Kerze, ein Bild. Blau sind die Schallschutzkopfhörer, die an verschiedenen Orten zu finden sind oder ausgehändigt werden. Im Luisenforum, Ort geschäftigen Treibens, gibt es eine blaue Oase der Stille.

Die Woche der Stille beginnt am morgigen Mittwoch, 27. April. Am bundesweiten Tag gegen Lärm gibt es in der Fußgängerzone eine Aktion „Balance finden“ mit Stelzenläufern. Im Anschluss wird der blaue Pavillon mit einer Abendmeditation eröffnet. Ein Mitsingkonzert mit dem Komponisten und Flötisten Helge Burggrabe ist in der Marktkirche zu erleben. In den kommenden Tagen sind an verschiedenen Orten, darunter im Museum Wiesbaden, im Kunsthaus oder im Heimathafen, Veranstaltungen geplant.

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