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Wiesbaden: Gericht entscheidet über Windpark Hohe Wurzel

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Von: Madeleine Reckmann

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Politik lehnt die Rotoren im Taunus ab.

Das Wiesbadener Versorgungsunternehmen Eswe gibt die Hoffnung auf einen Windpark auf der Hohen Wurzel noch nicht auf. Die Zeichen dafür, dass sich auf dem Taunuskamm tatsächlich einmal die Rotorblätter der zehn Windräder drehen, stehen allerdings denkbar schlecht. Denn aus politischer Sicht dürfen in dem zu Taunusstein gehörenden Gebiet keine Rotoren gebaut werden. Aber es gibt ja noch die Gerichte. Derzeit steht die Entscheidung des Kasseler Verwaltungsgerichtshofs aus, die Baugenehmigung zuzulassen oder eben nicht.

Die Politik hat in dieser Angelegenheit ein unübersichtliches Hickhack veranstaltet. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte die Baugenehmigung aus grundwasserschutzrechtlichen Gründen 2016 abgelehnt – die grün geführten hessischen Umwelt- und Energieministerien aber befürworteten sie später und gaben Gutachten in Auftrag, die nachweisen, dass Windräder auf den Taunuskamm zu keiner Gefahr für das Grundwasser werden.

Die Regionalversammlung Südhessen, die sich aus Vertretern der Landkreise und Kommunen zusammensetzt, sprach sich dennoch dagegen aus und strich die Fläche aus dem Teilplan Erneuerbare Energien. Jetzt musste der Landtag diese Änderung im Regionalplan genehmigen. Der Teilplan legt fest, wo Windräder entstehen dürfen. In Hessen sind 1,9 Prozent der Landesfläche als Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen, auf dem Rest sind Windräder tabu.

Die Eswe-Vertreter, deren Tochter Taunuswind die Windräder bauen und betreiben möchte, sind dennoch optimistisch. Sie gehen davon aus, dass die Verwaltungsgsrichter für den Bau eines Windparks entscheiden, teilt Pressesprecher Frank Rolle mit.

„Kausalität bewerten“

Schließlich hatte die vorherige Instanz, das Wiesbadener Verwaltungsgericht, die Ablehnung des Bauantrags im Juli 2020 einkassiert und grünes Licht für den Bau gegeben. Wenn auch der Kasseler Verwaltungsgerichtshof die Ablehnung der Baugenehmigung für nichtig erklärt, hätte der Windpark rückblickend Ende 2016 genehmigt werden müssen, sagt Rolle. „Die Windräder auf dem Taunuskamm wären dann seit 2018 in der Lage gewesen, erneuerbaren Strom für Wiesbaden zu produzieren.“

Das Gericht habe also auch diese Kausalität zu bewerten. Denn zum damaligen Zeitpunkt gab es noch keinen Teilplan Erneuerbare Energien. Rolle: „Der trat erst im März 2020 in Kraft.“

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