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Wiesbaden: Fluxus-Projekt auf der Kippe

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Ein 120-Betten Hotel soll neben dem Landesmuseum entstehen, der alte Hochbunker zum Fluxus-Museum werden.
Ein 120-Betten Hotel soll neben dem Landesmuseum entstehen, der alte Hochbunker zum Fluxus-Museum werden. © Steinberg und Hinkel

Die Stadt Wiesbaden will das Grundstück an der Friedrich-Ebert-Allee kaufen, auf dem der Frankfurter Projektentwickler Steinberg Hinkel ein Fluxus-Hotel mit Museum plant. Man wolle bei der Gestaltung mitreden, heißt es. Der Investor ist irritiert.

Die Pläne des Frankfurter Projektentwicklers Steinberg-Hinkel, auf einem Grundstück an der Friedrich-Ebert-Allee ein Hotel zu bauen und den denkmalgeschützten Hochbunker zum Museum für die Kunstrichtung „Fluxus“ umzufunktionieren, sind nicht neu. Eine erste Präsentation habe es bereits im Juni 2017 gegeben, sagt David Hinkel der Frankfurter Rundschau.

Damals stellte der Privatinvestor Thomas Götzfried die Idee der kulturellen Bunkernutzung und Errichtung eines Hotels neben dem hessischen Landesmuseum und gegenüber dem Rhein-Main-Congresscenter (RMCC) vor. Mit dabei war Michael Müller von Designbüro Stilbruch. Diverse Ämter der Stadtverwaltung seien von Anfang an eingebunden gewesen, berichtet Hinkel, außerdem der Denkmalschutz.

Als Götzfried sich als Investor zurückzog, trat im August 2019 die Projektentwicklung Steinberg-Hinkel auf den Plan. Ende August dieses Jahres habe sie die Pläne Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) vorgestellt, im Oktober nochmals der Denkmalpflege und dem Stadtplanungsamt, sagt Hinkel. Mit dem Finanzministerium, dessen Bürogebäude auf dem Nachbargrundstück steht, sei alles abgestimmt. Die Eigentümerin des 2500 Quadratmeter großen Areals, das Augsburger Investmentunternehmen Patrizia, wolle selbst nicht als Investorin tätig werden. „Niemand außer uns hatte bisher Interesse an dem Grundstück“, sagt Hinkel.

Dass die Stadtverordneten nun beschlossen haben, die Kommune solle das Grundstück kaufen und mit dem Frankfurter Projektentwickler Gespräche führen über Erbaurecht und einen städtebaulichen Vertrag überrascht David Hinkel. Dafür gebe es überhaupt keine Rechtsgrundlage, sagt er. Die Stadt habe weder ein Vorkaufsrecht noch stehe das Baurecht den Investorenplänen im Wege.

Das Grundstück sei nicht besonders groß, mehr als ein 120-Betten-Hotel finde darauf keinen Platz. Der Bunker solle zum öffentlich zugänglichen Museum umgewandelt, ein kleiner Skulpturengarten angelegt werden. Im Erdgeschoss des Hotels sei außerdem ein Café vorgesehen. Der Passus in der Beschlussvorlage, der Grüne, SPD und Linke vorigen Donnerstag zugestimmt haben, wonach „die langfristige und öffentliche zugängliche kulturelle Teilnutzung gesichert werden müsse“, sei somit hinfällig, findet Hinkel. „Davon lebt unser Projekt. Das war nie anders geplant.“ Nicht nachvollziehen kann er auch die Forderung nach einem städtebaulichen Wettbewerb. „Wir haben in dieses Projekt geballtes Fachwissen gesteckt, alle relevanten Ämter wurden beteiligt. Offenbar vertraut uns die Stadt nicht.“

Rund 35 Millionen Euro will Steinberg-Hinkel nach eigenen Angaben in das Fluxus-Hotel mitsamt Museum investieren. Aufgeben wolle man die Pläne keinesfalls, sagt Hinkel im Gespräch mit der FR. Sollte die Stadt den Zuschlag für den Grundstückskauf erhalten, sei man zu Gesprächen bereit. „Wir wollen uns aber nicht gängeln lassen. Um alles noch einmal aufzurollen, dafür fehlen uns die Zeit und das Geld.“

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