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Marktmanager Stefan Zizek sagt, der Trend gehe zu regional erzeugten Waren.
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Marktmanager Stefan Zizek sagt, der Trend gehe zu regional erzeugten Waren.

Wiesbaden

Wiesbaden: Fischzucht auf dem Dach

  • VonDiana Unkart
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Das Interesse am Supermarkt der Zukunft im Stadtteil Erbenheim ist groß. In dem Markt wird nicht nur verkauft. Dort werden auch Lebensmittel produziert.

Ich bin inzwischen ein Showmaker geworden“, sagt Stefan Zizek und lacht. Dass zu seinem Beruf als Marktmanager noch eine Berufung gekommen ist, liegt daran, dass er einen Supermarkt leitet, den der Rewe-Konzern als Blaupause für die Zukunft entwickelt hat. Er steht im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim und fällt allein schon deshalb auf, weil er zu großen Teilen aus Holz gebaut ist.

Das Interesse an dem Markt der neuen Generation sei groß. Seit der Eröffnung Ende Mai zeigt und erklärt Zizek nun Menschen aus dem In- und Ausland – Kundinnen und Kunden, Konzernangehörigen, Fachleuten aus dem Handel oder der Immobilienbranche – die Besonderheiten des Marktes.

Blühender Parkplatz

Der Supermarkt in Wiesbaden-Erbenheim ist der europaweit erste, in dem der Verkauf mit einer ressourcenschonenden Lebensmittelproduktion auf dem Dach kombiniert wird.

Auf dem Dach befindet sich eine Aquaponikfarm, in der Barsche und Basilikumpflanzen wachsen.

Holz ist das hauptsächlich verwendete Material. Parkplätze gruppieren sich um Blühflächen.

Das Gebäude dient als Modell für einen nachhaltigeren Bau und Betrieb von Supermärkten. diu

Auf seinem Dach steht zum Beispiel eine Aquaponikfarm, in der Tausende Basilikumpflanzen und Buntbarsche in einem geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreislauf wachsen. Das heißt, im Markt wird nicht nur verkauft, sondern auch ressourcenschonend produziert. Die Kombination aus Markt und Farm ist einmalig in Europa. Mit dem Basilikum aus Wiesbaden werden alle rund 450 Märkte der Rewe-Region Mitte, zu der Hessen und Teile von Rheinland-Pfalz gehören, versorgt – plastikfrei. Die Barsche sind im Juli eingesetzt worden, ihr Fleisch wird vor Ort verarbeitet. Zirka eine Tonne Fisch wird ab Ende des Jahres an die Märkte in der Region ausgeliefert. Kund:innen können von einer Plattform aus den Gärtnerinnen und Gärtnern bei der Arbeit zuschauen oder sich via QR-Codes und Filmen über den Markt und seine Entstehungsgeschichte informieren.

Friedrich Ludewig, Leiter des Londoner Architekturbüros Acme, das für den Entwurf des Marktes verantwortlich ist, hat ähnliche Projekte in anderen Teilen der Welt realisiert. Er sagt: „Die Zukunft des Marktes ist lokal.“ Das gelte in verschiedenerlei Hinsicht. Gebäude würden nicht mehr außerhalb der Städte, sondern mitten in den Quartieren errichtet – so wie in Erbenheim, wo nebenan gerade ein neues Wohngebiet entsteht. Lokal sei die Zukunft aber auch, weil sich das Einkaufsverhalten der Menschen ändere und in der Region produzierte Waren stärker nachgefragt würden. 17 lokale Lieferanten versorgen den Markt derzeit, täglich erreichten ihn Anfragen weiterer Interessenten, erzählt Stefan Zizek. Es gibt unter anderem Obst, Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren aus Wiesbaden sowie dort gerösteten Kaffee, Eis aus Mainz, Fisch aus Kronberg und Honig vom Imker gegenüber. Der Honig soll im Markt geschleudert werden, das Basilikum vom Dach wird im Markt zu Pesto und in Bratwürsten verarbeitet. Dass zugunsten frischer regionaler Waren auf industrielle Produkte verzichtet werde, goutierten die Kundinnen und Kunden, sagt Zizek.

Er hat zuvor mehrere andere Märkte geleitet, darunter den im Straßenbahndepot in Frankfurt-Bornheim oder das mehr als 8000 Quadratmeter große Center in Egelsbach. Lange überlegen musste er nicht, als er gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, den Supermarkt der neuen Generation zu übernehmen. „Ich finde es spannend.“

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