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Wiesbaden: Fedex-Belegschaft streikt

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Von: Madeleine Reckmann

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Kampf für eine bessere Bezahlung: Fedex-Mitarbeiter streiken, weil sie nicht weniger Geld als früher verdienen möchten.
Kampf für eine bessere Bezahlung: Fedex-Mitarbeiter streiken, weil sie nicht weniger Geld als früher verdienen möchten. © Michael Schick

Bei dem Kurierunternehmen sind hessenweit 500 Beschäftigte im Ausstand. Sie fordern, dass sie durch die Kündigung des Tarifvertrags nicht weniger Geld als vorher verdienen. Es geht um einige Hundert bis 1500 Euro im Monat. Aber der Arbeitgeber reagiert nicht.

Die Stimmung unter den Beschäftigten des Wiesbadener Fedex-Standorts sei wunderbar, sagt der Betriebsrat Kurt Aslan am Dienstag. Seit über drei Wochen haben sie ihre Arbeit niedergelegt, um für mehr Lohn zu kämpfen, seit vergangener Woche befinden sie sich im unbefristeten Streik. Es gehe für sie um viel Geld, um einige Hundert und sogar um bis zu 1500 Euro im Monat mehr auf dem Konto, so Aslan. Der Wiesbadener Standort ist derzeit der wichtigste Umschlagplatz des US-amerikanischen Kurier- und Logistikunternehmens Fedex-Express in Europa. Am Montag haben die Beschäftigten aus Protest die Zufahrtsstraßen gesperrt. Weitere Aktionen sind angekündigt.

Ein starkes Druckmittel: Tausende Sendungen stauen sich am Wiesbadener Standort

Der Ausstand hat Auswirkungen. Der Rückstau der nicht versandten Lieferungen beliefe sich auf 65 000 bis 70 000, sagt Aslan. Nur ein Viertel des Aufkommens könne bearbeitet werden. Daher sei weiter mit Verspätungen zu rechnen - ein starkes Druckmittel für die Streikenden. Auch Mitarbeiter:innen der anderen hessischen Standorte Frankfurt-Flughafen, Kelsterbach, Rodgau, Kassel und Dietzenbach befinden sich im Ausstand. Von den etwa tausend Fedex-Beschäftigten in Hessen beteiligen sich etwa 500. Wiesbaden bildet laut Aslan den Schwerpunkt des Arbeitskampfes. Dort hätten sich 99,3 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter:innen für den unbefristeten Streik ausgesprochen, 250 der 365 Mitarbeiter:innen streiken.

Der Arbeitgeber reagiert nicht auf den Streik

Zuvor waren die Verhandlungen mit der Fedex-Geschäftsleitung über die Bestandsschutzsicherung ergebnislos abgebrochen worden. „Wir haben keine Reaktion der Arbeitgeber“, sagt Aslan. Die Beschäftigten fordern ein 13. Monatsgehalt, Zeitzuschläge und Nachtzuschläge sowie Regelungen für künftige Entgelterhöhungen. „Wir wollen die sehr guten tariflichen Arbeitsbedingungen bei Fedex-Express für die Beschäftigten absichern und verhindern, das es zu einer Absenkung des Tarifniveaus kommt“, sagt Gewerkschaftssekretärin Nicole Lämmerhirt.

Fedex hatte den Haustarifvertrag gekündigt. Jetzt sollen die Beschäftigten weniger verdienen.

Wie Verdi mitteilt, hatte Fedex Express 2021 den mit der Gewerkschaft ausgehandelten Unternehmenstarifvertrag, der seit Jahren Bestand hatte, einseitig gekündigt. Das Unternehmen trat dem Arbeitgeberverband Hessen (Verband der Verkehrswirtschaft) bei, dessen Tarifverträge die Beschäftigten aber schlechter stellen. Die Streikenden fordern als Ausgleich einen Tarifzuschlag. Fedex Express Deutschland hält die Forderungen für überzogen und ruft Verdi zur Mäßigung auf. Wie eine Unternehmenssprecherin der FR schreibt, setze das Unternehmen auf einheitliche Tarifstrukturen aller Beschäftigten in Deutschland. Das vorgelegte Arbeitgeber-Angebot zur Überleitung und zur Besitzstandswahrung bezeichnet Fedex als gut und fair.

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